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Misshandelte Dreijährige : Wichtige Vorsorge-Untersuchung von Yagmur fehlte

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Neue Vorwürfe gegen das Jugendamt: Die Grünen kritisieren, Yagmur hätte einen Arztbesuch verpasst, bei dem man möglicherweise Gewaltspuren hätte entdecken können. Hätte das kleine Mädchen aus Hamburg gerettet werden können?

Im Fall Yagmur haben die Hamburger Grünen dem Jugendamt wegen einer fehlenden Vorsorge-Untersuchung des Kindes ein schweres Versäumnis vorgeworfen. Die Dreijährige habe – obwohl unter Behördenaufsicht – nicht an der Vorsorgeuntersuchung U7a teilgenommen, teilte die Fraktion am Mittwoch mit. Das gehe aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage hervor.

Die Untersuchung hätte wenige Wochen vor dem tragischen Tod des Mädchens stattfinden müssen. „Möglicherweise hätte ein Kinderarzt Hinweise auf Misshandlungen entdeckt“, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Christiane Blömeke. „Hat das Jugendamt nicht kontrolliert? Der Senat muss diese Fragen jetzt beantworten.“ 

Das Mädchen war am 18. Dezember in der Wohnung seiner Eltern im Stadtteil Billstedt an einem Leberriss innerlich verblutet. Der Vater steht unter dringendem Tatverdacht, Yagmur misshandelt zu haben. Die Mutter soll nichts dagegen unternommen haben. Beide sitzen in Haft. Yagmur wurde seit ihrer Geburt von verschiedenen Jugendämtern betreut und lebte bei einer Pflegemutter, erst seit August 2013 durfte sie wieder bei ihren leiblichen Eltern wohnen.

In ihrem Kinder-Untersuchungsheft seien nach Auskunft des Senats aber nur die Untersuchungen einschließlich der U7 (21. bis 24.Lebensmonat) bescheinigt, erklärten die Grünen. Die U7a sei für den Zeitraum 34. bis 36. Lebensmonat vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch ein Ermittlungsverfahren gegen die Eltern wegen einer schweren Schädelverletzung des Mädchens. „Nach den massiven Verletzungen, die Yagmur Anfang 2013 erlitt, hätten alle Verantwortlichen in besonderem Maß auf die Gesundheit des Mädchens achten müssen“, erklärte Blömeke. Die Arbeit des Jugendamtes überprüft derzeit die Jugendhilfeinspektion.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 07:31 Uhr

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