Bilanz : Weniger Passagiere am Flughafen Hamburg

Die Passagierzahlen am Flughafen in Hamburg sind rückläufig. Foto: dpa
Die Passagierzahlen am Flughafen in Hamburg sind rückläufig. Foto: dpa

Die Streiks des Sicherheitspersonals und ein langer Winter lassen den Hamburger Flughafen schwächeln. Das Jahresziel von 13,9 Millionen Passagieren ist nicht mehr zu halten.

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10. April 2013, 10:15 Uhr

Hamburg | Die Streiks des Sicherheitspersonals im Januar und Februar haben dem Hamburger Flughafen einen deutlichen Rückschlag beschert. Die Zahl der Passagiere sank in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 8,8 Prozent auf 2,7 Millionen, teilte der Flughafen am Dienstag in der Hansestadt mit. Das ist ein Rückgang um rund 270.000 Fluggäste. Allein die vier Streiktage hätten rund 100. 000 Passagiere gekostet. Damit sei das angepeilte Jahresziel von 13,9 Millionen Passagieren nicht mehr zu halten. Auch der lange Winter und das frühe Osterfest sowie die staatliche Luftverkehrsabgabe hätten sich negativ ausgewirkt.

"Wir arbeiten daran, dass wir zum Ende des Jahres mit plus/minus null dastehen", sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler. Er sei sich aber nicht sicher, ob die Vorjahreszahl von 13,7 Millionen Passagieren noch erreicht werden kann. Das hänge davon ab, wie schnell sich neue Angebote am Markt durchsetzten und von den Passagieren angenommen würden.

Sparrunden, Tarifabschlüsse und hohe Kerosinpreise

Mit dem Sommerflugplan kehrt Germanwings nach Hamburg zurück und übernimmt sechs Strecken von der Lufthansa. Von verschiedenen Fluglinien werde eine Reihe attraktiver neuer Ziele als Direktverbindungen angeboten, darunter Städte wie Florenz, Edinburgh und Rom.

Insgesamt stehe der Flughafen und der gesamte Luftverkehr vor einem herausfordernden Jahr, sagte Eggenschwiler. Bei den Airlines seien Sparrunden und Umbaumaßnahmen an der Tagesordnung; der hohe Kerosinpreis und üppige Tarifabschlüsse seien ebenso eine Belastung wie die zunehmende politische Regulierung und neue Abgaben. "Die Luftverkehrssteuer bremst die Entwicklung deutlich und kostet uns 200.000 Fluggäste pro Jahr, vor allem innerdeutsch", sagte der Flughafen-Chef. Schon im vergangenen Jahr war das Passagieraufkommen auf den innerdeutschen Strecken um 6,6 Prozent rückläufig und konnte nur durch stärkeres Wachstum in Europa und Übersee ausgeglichen werden.

Wirtschaftlich hat der Hamburger Flughafen das vergangene Jahr mit einem leichten Umsatzrückgang auf 251,5 Millionen Euro und einem Gewinn von 39 (Vorjahr: 49,2) Millionen Euro abgeschlossen. "Das ist ein solides Ergebnis, auch im Vergleich zu den Vorjahren", sagte Eggenschwiler. Damit sei Hamburg einer von sechs deutschen Flughäfen, die Gewinne erwirtschaften. Er hob hervor, dass im Zehn-Jahres-Vergleich die Zahl der Passagiere um fast 44 Prozent gestiegen sei, die Flugbewegungen aber nur um 2,4 Prozent. Durch größere und besser ausgelastete Flugzeuge sei der Flugverkehr wesentlich effektiver geworden. Das entlaste ebenso wie die moderneren Maschinen die Anwohner des Flughafens von Fluglärm.

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