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Hamburg-Hoheluft : Video zeigt: Mutter stieß eigenes Kind vor die U-Bahn

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Zug fährt ein, Mutter und Sohn warten an den Gleisen, dann stößt die Mutter ihr Kind. Warum, ist unklar.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2015 | 07:39 Uhr

In Hamburg ist Sonntagnachmittag ein Elfjähriger vor eine einfahrende U-Bahn gestürzt. Der Verdacht gegen die Mutter hat sich nach Angaben der Polizei erhärtet. Sie soll den Jungen vor die Bahn gestoßen haben. Das habe die Auswertung von Videoaufnahmen ergeben, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Der Zug der Linie U 3 überrollte den Jungen am U-Bahnhof Hoheluftbrücke und kam mit dem Waggon auf dessen Bein zum Stehen. Helfer retteten den Schwerverletzten, der den Unfall überlebte. Er wird auf der Intensivstation behandelt, ist nach Angaben der Polizei inzwischen aber außer Lebensgefahr.

Auch Zeugen berichteten Rettern und Polizisten am Bahnsteig, die eigene Mutter habe ihren Sohn gegen 14.30 Uhr auf die Gleise gestoßen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Frau psychisch krank sein. Die etwa 30 Jahre alte Mutter hatte nach dem Unglück offensichtlich versucht, den Bahnhof zu verlassen, war aber von eintreffenden Beamten festgehalten worden. Sie kam in Gewahrsam und wird psychiatrisch untersucht. Für die Polizei hat die Mordkommission die Ermittlungen aufgenommen. Zu den Hintergründen des Vorfalls wollten sich die Fahnder nicht äußern.

Die Frau soll sich nur zeitweise um ihr Kind gekümmert haben. Ob dies mit der psychischen Erkrankung zusammenhängt, ließ sich am Sonntag nicht klären.

Nach Angaben der Feuerwehr hatte der Zugführer eines in Richtung Barmbek fahrenden Wagens der U3 nicht mehr rechtzeitig bremsen können und den Schüler im Gleisbett erfasst. Augenzeugen verständigten die Feuerwehr und die Polizei, die sich zunächst darum bemühten, den eingeklemmten Jungen zu stabilisieren.

Dieser sei während des gesamten Einsatzes ansprechbar gewesen, berichteten die Retter. Der schwer verletzte Junge erhielt Schmerzmittel, eine Feuerwehrfrau sprach zusätzlich beruhigend auf ihn ein.

Schließlich schoben mehrere Feuerwehrmänner den Zug mit ihren Händen zurück, bis das Bein des Kindes wieder frei war. Mehrere Notärzte versorgten den Verletzten noch am Bahnsteig und machten ihn transportfähig. Über den gesundheitlichen Zustand des Elfjährigen war am Abend zunächst nichts Genaueres bekannt. Nach noch unbestätigten Angaben wurde ihm der linke Fuß abgetrennt.

In dem Bahnhof waren Dutzende Wartende Zeugen des dramatischen Vorfalls geworden. Zwei Notfallseelsorger kümmerten sich vor Ort um geschockte Passanten. Auch der Fahrer des U-Bahnzuges wurde psychologisch betreut.

Der U-Bahn-Verkehr auf der Linie U3 war wegen des Unglücks für mehrere Stunden unterbrochen.

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