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19 Böller beschlagnahmt : Verwirrung um Bilanz zum Hamburger Gefahrengebiet

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Über insgesamt neun Tage kontrollierte Hamburgs Polizei in den von ihr eingerichteten Gefahrengebieten fast 1000 Mal Passanten. Dabei sichergestellt wurden unter anderem ein Teleskopschlagstock und einige Böller, aber auch eine Plastiktüte und ein Zelt.

Hamburg | Hamburgs Polizei hat während der neun Tage dauernden Kontrollen in den umstrittenen Gefahrengebieten insgesamt 19 Böller, Feuerwerkskörper und Pyrotechnik sichergestellt. Außerdem konfiszierte sie bei ihren fast 1000 Kontrollen einen Teleskopschlagstock, zwei Knüppel, Pfefferspray, zwei Tierabwehrsprays und ein Taschenmesser. Das geht aus einer von den Linken veröffentlichten Aufstellung der Polizei hervor. Hinzu kommen sechs Vermummungsutensilien wie Schals oder eine ABC-Schutzmaske sowie ein Seitenschneider, Draht, Klebeband, Kleister und zwei Farbspraydosen.

Aber auch auf den ersten Blick merkwürdig erscheinende Gegenstände wurden von der Polizei laut Liste einbehalten: Dazu zählen eine Plastiktüte, ein Plastikeimer, ein Zelt und eine unbekannte Anzahl an Aufklebern. Festgestellt, aber nicht konfisziert, wurden darüber hinaus unter anderem eine unbekannte Anzahl an Klobürsten und eine „Haushaltsrolle in Alufolie eingewickelt, innen ein Zettel mit der Aufschrift ‚Peng‘“.

Die Liste stammt aus dem Wortprotokoll einer Sitzung des Innenausschusses, die jetzt veröffentlicht wurde. Warum etwa eine Plastiktüte beschlagnahmt wurde, kann die Pressestelle der Hamburger Polizei nicht erklären. Sie verweist stattdessen auf die Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom 9. Januar. Darin ist keine Plastiktüte aufgeführt. „Auf der Liste sind etliche Gegenstände aufgeführt, deren Sicherstellung unerklärlich und fragwürdig ist“, sagt Christiane Schneider, Abgeordnete der Linken in der Hamburger Bürgeschaft. Ihre Fraktion überlegt noch, ob sie Anfragen zu einzelnen Gegenständen stellen wird.

Die Polizei hatte nach den schweren Krawallen im Dezember 2013 und Angriffen auf Polizisten und Reviere am 4. Januar in Teilen von St. Pauli, der Sternschanze und von Altona ein Gefahrengebiet eingerichtet, das später in drei kleinere Areale umgewandelt wurde. Darin durfte die Polizei jeden verdachtsunabhängig kontrollieren, Taschen „in Augenschein“ nehmen oder Aufenthaltsverbote erteilen. Die Kosten für die insgesamt mehr als 3000 eingesetzten Beamten beliefen sich laut einer Senatsantwort auf fast eine Million Euro.

Ziel war es laut Polizei, weitere schwere Straftaten zu verhindern. Dies sei auch gelungen. Die Maßnahme habe geholfen, mögliche Störer zu erkennen und schwere Straftaten zu unterbinden. „Daneben haben die Einsatzkräfte insbesondere zu Beginn der Kontrollmaßnahmen zahlreiche illegale Pyrotechnik, Schlagwerkzeuge und Vermummungsgegenstände sichergestellt“, erklärte die Polizei.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 11:46 Uhr

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