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Totes Baby Tayler in Hamburg : Verdächtiger im Urlaub - Obduktionsergebnisse für Mittwoch erwartet

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Aus der Onlineredaktion

Michael Q. und Jacqueline B. werden verdächtigt, schuld am Tod des kleinen Tayler zu sein. Festhalten kann die Staatsanwaltschaft sie noch nicht.

Hamburg | Die Hamburger Staatsanwaltschaft rechnet mit ersten Ergebnissen zur Todesursache des kleinen Jungen Tayler an diesem Mittwoch. Dann werde zumindest wohl das Sektionsprotokoll vorliegen, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Rinio am Dienstag. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass der einjährige Junge so stark geschüttelt wurde, dass er ein tödliches Schütteltrauma erlitt.

In Hamburg waren in der Vergangenheit immer wieder Fälle von schwerer Kindesmisshandlung bekanntgeworden. Erst Ende November hatte das Landgericht einen 27-Jährigen wegen schwerer Kindesmisshandlung zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts seinen drei Monate alten Sohn so heftig geschüttelt, dass dieser seit der Tat Ende April schwerstbehindert ist. Vor zwei Jahren wurde Yagmur von ihrer Mutter getötet.

Tayler war am 12. Dezember in die Klinik gebracht worden und am 19. Dezember gestorben. Sowohl gegen die 22-jährige Mutter Jacqueline B. als auch gegen deren 26-jährigen Lebensgefährten wird ermittelt. Der Mann, der nicht der Vater ist, macht derzeit trotz der furchtbaren Geschehnisse Urlaub in Spanien - mit Kenntnis der Justiz. Laut dem Hamburger Abendblatt hatte Michael Q. die Reise offenbar schon vor einiger Zeit gebucht. „Unseren Erkenntnissen nach will er sich dort bis zum Jahreswechsel dort aufhalten“, so Rinio. Juristisch sei die Reise nicht zu beanstanden - es habe keine Haftgründe gegeben, so Rinio weiter.

Die Hürden für freiheitsentziehende Maßnahmen liegen in Deutschland sehr hoch. Laut dem Hamburger Abendblatt beschuldigen sich die Mutter und der Lebensgefährte derzeit gegenseitig. Noch liege kein dringender Tatverdacht vor - das wäre erst dann der Fall, wenn „eine hohe Wahrscheinlichkeit“ dafür besteht, dass einer der beiden schuld ist am Tod des Jungen.

Erst die Obdukstionsergebnisse könnten weiteren Aufschluss darüber geben. Sie bestimmen den genauen Zeitpunkt der Misshandlung. Anhand dessen könnten sich dann die Aussagen der Verdächtigen überprüfen lassen.

Der Familienausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft will am 6. Januar (17 Uhr) über den Fall Tayler debattieren. Die Fraktionen von CDU und FDP hatten dies gefordert. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat eine Aufklärung der Vorgänge gefordert, das System der Kinder- und Jugendhilfe aber verteidigt. Es gebe klare Handlungsanweisungen für die Mitarbeiter.

 

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erstellt am 22.Dez.2015 | 13:26 Uhr

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