Studie : Umschlag, Konkurrenz, Elbvertiefung: Die Zukunft des Hamburger Hafens

Im Jahr 2030 werden im Hamburger Hafen 229,3 Millionen Tonnen umgeschlagen, sagt eine Studie. Probleme bringt Rotterdam.

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25. Juni 2015, 16:07 Uhr

Hamburg | Der Hamburger Hafen kann laut einer Studie trotz einiger Schwierigkeiten in den kommenden Jahren zuversichtlich in die Zukunft blicken. So steige das Umschlagspotenzial von 139,6 Millionen Tonnen im Jahr 2013 auf 229,3 Millionen Tonnen im Jahr 2030, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten und von der Hafenbehörde HPA in Auftrag gegebenen Studie des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik. Am dynamischsten werde sich der Containerbereich entwickeln.

Insgesamt könne Europas zweitgrößter Containerhafen 2030 mit einem Umschlag von 16,3 bis 20,5 Millionen Standardcontainern (TEU) rechen, sagen die Autoren der Untersuchung „Prognose des Umschlagpotenzials des Hamburger Hafens für die Jahre 2020, 2025 und 2030“ voraus. 2014 waren es 9,7 Millionen TEU.

Bis 2030 sei jedoch auch mit einigen Problemen zu rechnen. So werde der Ausbau des Konkurrenzhafens Rotterdam den Wettbewerb um Ladung zunächst bis voraussichtlich 2020 verschärfen. Zudem könnten sich mehrere Reedereien, die derzeit regelmäßig Hamburg anliefen, künftig stärker auf Rotterdam konzentrieren, weil sie dort an Umschlagkapazitäten beteiligt sind. Hinzu komme die bislang nicht umgesetzte Elbvertiefung, was ein Anlaufen der immer häufiger genutzten Containerschiffe mit 18.000 TEU erschwere.

Auf lange Sicht sei der Hamburger Hafen dennoch gut aufgestellt und könne seine einstmalige Marktposition zurückgewinnen. „Die Schiffe der 18.000-TEU-Klasse können nach Umsetzung der geplanten Elbfahrrinnenanpassung zwar nicht voll abgeladen den Hafen Hamburg anlaufen“, heißt es in der Studie. Dies sei aber auch nicht nötig, „da auf praktisch allen Übersee-Liniendiensten zwei bis drei Häfen in Nordwesteuropa vor Hamburg angelaufen werden“.

Bis 2030 dürften zwar auch die noch größeren 20.000-TEU-Schiffe in Fahrt kommen. Nach Einschätzung des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik dürfte dies für den Hamburger Hafen aber kaum Probleme bereiten, weil die Reeder dennoch auch kleinere Schiffe bis 14.000 TEU behalten werden, „um sich nicht von einigen wenigen Häfen abhängig zu machen“.

Wegen des weiter anhaltenden Container-Booms rechnen die Studienautoren im herkömmlichen Stückgutverkehr mit deutlichen Rückgängen. So sei davon auszugehen, dass bis 2030 der gesamte Fruchtumschlag nur noch über Container abgewickelt werde. „Insgesamt wird für den konventionellen Stückgutumschlag derzeit langfristig ein Umschlagvolumen von circa zwei Millionen Tonnen pro Jahr erwartet statt einem Volumen von circa drei Millionen Tonnen, wie in der Potenzialprognose 2010 angenommen.“

Beim Massengutverkehr könne der Hamburger Hafen wegen der vom Kraftwerk Moorburg benötigten Kohle zwar einen deutlichen Anstieg der Mengen bis 2020 erwarten. Dem gegenüber stünden jedoch zurückgehende Importe von Rohöl und Mineralölprodukten. Insgesamt bleibe der Umschlag in diesem Segment damit langfristig stabil.

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