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Sterbehilfe : Totschlag: Anklage gegen Roger Kusch

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Früher war Roger Kusch Justizsenator in Hamburg, heute ist er Vorsitzender des Vereins Sterbehilfe Deutschland. Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft ihm vor: Er wollte einen Präzedenzfall schaffen. Auch ein Nervenarzt ist angeklagt.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 13:34 Uhr

Hamburg | Im Zusammenhang mit seinem Sterbehilfeverein hat die Hamburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen den ehemaligen Justizsenator Roger Kusch wegen Totschlags erhoben. Er soll gemeinschaftlich mit einem Nervenarzt zwei Frauen in mittelbarer Täterschaft getötet haben, wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte. Kusch ist Vorsitzender des Vereins Sterbehilfe Deutschland (StHD). Der Facharzt für Nervenheilkunde sei regelmäßig für den Verein als psychiatrischer Gutachter tätig gewesen, ergänzte die Staatsanwaltschaft. Die Frauen, die im Alter von 81 und 85 Jahren im Juni 2012 dem Verein beigetreten waren, starben im November 2012.

Die Anklagebehörde wirft den Beschuldigten vor, sich bereits Anfang 2012 entschlossen zu haben, „einen Präzedenzfall in der Sterbehilfe, nämlich in Bezug auf eine Begleitung bis in den Tod, zu schaffen“. Die beiden Frauen hätten Kusch als Vorsitzenden des Vereins und aufgrund seiner früheren Stellung als Hamburger Justizsenator vertraut, schrieben die Anklagevertreter.

Sie werfen dem Facharzt für Nervenheilkunde vor, entgegen seinem Auftrag als Arzt und Gutachter und entgegen den Grundsätzen des Vereins die Frauen nicht darüber aufgeklärt zu haben, dass ihre Gründe für den Selbsttötungswunsch von der Satzung nicht erfasst gewesen seien. Außerdem habe er ihnen weder Alternativen noch Beratungsmöglichkeiten aufgezeigt.

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