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Hamburg : Tod von Yagmur Thema im Jugendhilfeausschuss

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Mitte Dezember verblutete die dreijährige Yagmur. Was geschah genau? Hätte der Tod des Mädchens verhindert werden können? Antworten auf diese Fragen suchte der Jugendhilfeausschuss Hamburg-Mitte - allerdings ohne Öffentlichkeit.

Hamburg | Nach dem gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur hat der Jugendhilfeausschuss Hamburg-Mitte am Freitag in einer Sondersitzung Antworten auf ungeklärte Fragen gesucht. Die Öffentlichkeit war dabei ausgeschlossen - Grund war der Sozialdatenschutz. „Einige Fragen sind geklärt worden, andere Fragen sind immer noch offen“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses, Ralf Neubauer (SPD), am Freitagabend im Anschluss. Um beantworten zu können, ob es bei den Behörden Versäumnisse gab, fehlten noch Angaben - etwa von den ebenfalls beteiligten Jugendämtern in den Bezirken Eimsbüttel und Bergedorf sowie die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft.

Das Kind war am 18. Dezember in der Wohnung seiner Eltern im Stadtteil Billstedt an einem Leberriss innerlich verblutet. Der Vater steht unter dringendem Tatverdacht, Yagmur misshandelt zu haben. Die Mutter soll nichts dagegen unternommen haben. Beide sitzen in Haft. Yagmur wurde seit ihrer Geburt von verschiedenen Jugendämtern betreut. Deren Arbeit überprüft derzeit die Jugendhilfeinspektion. Bis ihre Ergebnisse vorliegen, wollen sich die Sozialbehörde und die Bezirksämter nicht näher öffentlich äußern.

„Die Verwaltung hat den Jugendhilfeausschuss in geschlossener, vertraulicher Sitzung über wesentliche Stationen der Lebensgeschichte des zu Tode gekommenen Kindes informiert“, sagte der Chef des Jugendamtes Hamburg-Mitte, Peter Marquard. Nähere Angaben zu dem Fall wollte er nicht machen. Am Montag wird der Fall Yagmur noch einmal Thema in der regulären, öffentlichen Sitzung des Ausschusses sein.

Erst Anfang 2012 war das Bezirksamt Mitte unter Druck geraten, weil das Pflegekind Chantal an einer Überdosis Methadon starb. Das elfjährige Mädchen lebte in Hamburg-Wilhelmsburg bei drogensüchtigen Pflegeeltern. Damals wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Arbeit der Hamburger Jugendämter zu verbessern. „Ich bin erstaunt, dass wir schon wieder so einen Fall auf dem Tisch haben“, sagte Constance Manzke, die für die CDU in dem Ausschuss sitzt. Zur Beantwortung der Frage, wie das geschehen konnte, fehlten ihr aber auch nach der Sitzung noch weitere Teile, „um das ganze Bild zu haben“.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 18:55 Uhr

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