Demonstration in Hamburg : Tausende protestieren gegen Schulreform

Ein junges Mädchen bei der Demonstration auf dem Hamburger Gänsemarkt. Foto: dpa
Ein junges Mädchen bei der Demonstration auf dem Hamburger Gänsemarkt. Foto: dpa

Tausende Hamburger haben am Sonnabend ihren Unmut über die Schulreform auf die Straße getragen. 4000 Eltern, Lehrer und Schüler beteiligten sich am Protestzug.

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20. April 2009, 12:49 Uhr

Die Demonstrationsteilnehmer zogen vom Gänsemarkt zum Rathaus, mit dem die Veranstalter gegen die vom schwarz-grünen Senat angekündigten Eingriffe in die Schulstruktur mobil machen wollten. Organisiert wurde die Demo von einem Bündnis aus Reformkritikern. Sie fürchten, dass die Einführung einer sechsjährigen Primarschule zu einem "Schulchaos" führen und negative Folgen für weiterführende Schulen – insbesondere Gymnasien - haben wird. Auch dass die Lehrer am Ende der Primarschulzeit allein entscheiden sollen, auf welche weiterführende Schule ein Kind geht, stößt auf Kritik. Politiker der Regierungskoalition bezeichnen die Reform dagegen als wegweisend.
Die Demonstranten, darunter vor allem Eltern mit ihren Kindern, trugen Plakate und T-Shirts mit Aufschriften wie "Wir sind keine Versuchskaninchen" oder "Schulreformchaos? Nein Danke". Viele hatten Trillerpfeifen dabei und riefen "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut". In einer Rede warnte Schauspieler Sky Du Mont unter lautem Beifall vor einem "organisatorischen Chaos", falls die Schulreform komme. Der 61-Jährige unterstützt die FDP, die das Vorhaben kritisiert. Initiatorin Gernandt betonte, das Bündnis sei nicht gegen Reformen. "Wir brauchen Verbesserungen im Schulsystem", sagte sie. Man halte die Primarschule aber für den falschen Weg.
Auch etliche Demonstranten zeigten sich offen für Veränderungen. "Ich bin für sechs Jahre Grundschule - das finde ich super", sagte etwa Petra Schmitt (42), Mutter zweier Kinder aus Hamburg-Blankenese. Aber die Veränderungen kämen zu schnell und unüberlegt.

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