Grossraum Hamburg : Tarifstreit im Groß- und Außenhandel beigelegt

Die rund 46.400 Mitarbeiter im Groß- und Außenhandel bekommen ab Juli mehr Geld. „Ohne die Streiks wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen“, heißt es von Verdi.

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02. Juli 2015, 16:21 Uhr

Die Tarifparteien im Groß- und Außenhandel haben sich am Donnerstag auf Lohnerhöhungen für die annähernd 50.000 Beschäftigten im Großraum Hamburg geeinigt. Die Löhne und Gehälter werden ab Juli um 2,7 Prozent steigen, um weitere 2,0 Prozent ab 1. Mai nächsten Jahres, wie der Unternehmensverband AGA und die Gewerkschaft Verdi mitteilten. Zudem gebe es eine Einmalzahlung von 90 Euro. Auszubildende bekommen am 1. August im Schnitt 30 Euro im Monat mehr, zum 1. August 2016 folgt ein weiterer Zuschlag von 20 Euro. Damit folgen die Tarifparteien einem Pilotabschluss in Baden-Württemberg.

Der Hamburger Groß- und Außenhandel beschäftigt nach AGA-Angaben in 3545 Unternehmen rund 46.400 Mitarbeiter. Der Tarifvertrag gilt auch für Beschäftigte im Umland der Hansestadt.

Die Gewerkschaft hob hervor, dass die Arbeitszeiten an Samstagen, Heiligabend und Silvester nicht verlängert und die Zuschläge nicht gestrichen werden. „Ohne die Streiks wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen“, erklärte die Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp. Die Gewerkschaft hatte zweimal zu Warnstreiks aufgerufen.

Für den Unternehmensverband AGA ist der Abschluss ein „gerade noch vertretbarer Kompromiss“. „Für einen Teil unserer Branche ist der Abschluss sehr schmerzhaft“, sagte der Verhandlungsführer der AGA-Tarifkommission, Wolfram Konertz. Als positiv hob er die lange Laufzeit des Tarifvertrags über 24 Monate hervor.

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