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Griff in die Genitalien : Sylt-Klassenfahrt: Lehrer aus Hamburg freigesprochen

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Aus der Onlineredaktion

Monatelang wurde nach einer Klassenreise im Juni 2013 nach Sylt gegen einen Hamburger Lehrer ermittelt. Missbrauchsvorwürfe bestätigten sich nicht. Dennoch muss sich der Pädagoge ab Mittwoch vor Gericht verantworten.

Hamburg/Sylt | Ein Hamburger Lehrer ist am Mittwoch vom Vorwurf der Beleidigung eines Schülers während einer Klassenfahrt nach Sylt freigesprochen worden. Das Amtsgericht Harburg habe eine ganze Reihe von Zeugen gehört, diese hätten das Geschehen aber nicht mehr einheitlich darstellen können, sagte eine Gerichtssprecher. „Es war nicht mehr festzustellen, ob der Lehrer den Schüler vorsätzlich in den Schritt griff oder ihn schlicht versehentlich berührte.“ Den Griff in den Genitalbereich hatte die Staatsanwaltschaft als tätliche Beleidigung gewertet.

Das Amtsgericht hatte zunächst einen Strafbefehl gegen den Pädagogen wegen Beleidigung und Körperverletzung im Amt in einem minderschweren Fall verhängt. Darin wurde der zu dem Zeitpunkt 47-Jährige zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 80 Euro verurteilt. Der Lehrer hatte dagegen Einspruch eingelegt, woraufhin es zu dem Prozess kam. Mit einem Strafbefehl kann es ohne mündliche Hauptverhandlung zu einer rechtskräftigen Verurteilung kommen. Damit soll bei geringfügigen Delikten ein langwieriger Gerichtsprozess vermieden werden.

Zur Vorgeschichte: Im Juni 2013 waren schwere Vorwürfe gegen den Lehrer erhoben worden: Bei der Klassenfahrt sollte er Jungen sexuell missbraucht haben. Der Pädagoge war mit der fünften Klasse des Immanuel-Kant-Gymnasiums aus Hamburg-Sinstorf in dem Jugenderholungsheim Puan Klent. Eltern hatten Strafanzeige gegen den Lehrer erstattet, nachdem die Klasse von der Reise zurückgekehrt war. Mehrere verängstigte Jungen sollen zuvor berichtet haben, dass sich der Lehrer ihnen unsittlich genähert habe. Die Rede war auch von Berührungen im Genitalbereich. Nach monatelangen Ermittlungen bestätigten sich die Missbrauchsvorwürfe allerdings nicht.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft sah nur noch den hinreichenden Tatverdacht, dass der 48-Jährige einem Schüler während der Klassenreise auf den Rücken geschlagen habe. Außerdem soll er einem anderen Schüler vor Zeugen in den Genitalbereich gegriffen haben - dies wertete die Behörde nicht als sexuelle Handlung, sondern als sogenannte tätliche Beleidigung.

 

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erstellt am 01.Okt.2014 | 16:53 Uhr

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