Studie: Hamburg braucht 90 000 neue Wohnungen bis 2030

Avatar_shz von
06. Juni 2013, 10:24 Uhr

Hamburg | Wohnungen bleiben in Hamburg ein knappes Gut - und ein teures. Bis 2030 müssten in der Hansestadt 90 000 Wohnungen neu gebaut werden, so das Ergebnis einer Studie des Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) im Auftrag der Hamburger Sparkasse (Haspa). Die Lage auf dem Immobilienmarkt der Metropole sei "angespannt, aber nicht dramatisch", schlussfolgerten die Studienautoren und Haspa-Vorstandschef Harald Vogelsang gestern bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Der seit Jahren anhaltende Zuzug Auswärtiger an die Elbe werde sich fortsetzen, heißt es in der Erhebung. Bis 2030 steige die Bevölkerungszahl Hamburgs von derzeit 1,72 Millionen um weitere 50 000 an. Zugleich wachse der Bedarf an kleineren Wohnungen durch die Zunahme von Single-Haushalten - vor allem wegen der Alterung der Gesellschaft. "Zukünftig werden kleine und seniorengerechte Wohnungen in Nähe zur Innenstadt besonders gefragt sein", prophezeit Alkis Otto vom HWWI.

In Hamburg müssten etwa 90 000 Wohnungen bis 2030 hinzukommen, um das Problem zu entschärfen - was fast exakt der Zielmarke des Senats entspricht. Dieser hat den Bau von mindestens 6000 Wohnungen pro Jahr versprochen, eine Verdoppelung gegenüber 2011. Mit der Erteilung von mehr als 8000 Baugenehmigungen im vergangenen Jahr sieht sich Bausenatorin Jutta Blankau (SPD) auf gutem Weg - auch wenn nicht jede genehmigte Einheit tatsächlich gebaut wird. Noch in anderer Hinsicht liegen die HWWI-Experten auf Linie des Senats, der den Bau von einem Drittel Sozialwohnungen anstrebt. "Geförderte Wohnungen und eine vermehrte Bautätigkeit von Baugenossenschaften" könnten helfen, dass Wohnraum erschwinglich bleibt, heißt es in der Studie.

Das Preisniveau auf dem Immobilienmarkt der Hansestadt sehen Haspa und Wirtschaftsforscher weniger dramatisch als in der Öffentlichkeit häufig dargestellt. Hamburgs Wohnungspreise bewegten sich bundesweit im oberen Mittelfeld. Vogelsang: "Man kann in Hamburg immer noch vergleichsweise günstig wohnen, wenn es nicht immer das Schanzenviertel oder andere angesagte Quartiere sein müssen." In solchen In-Vierteln freilich hätten sich die Mieten zuletzt teils deutlich verteuert. Anzeichen für eine Spekulationsblase sieht der Haspa-Chef dennoch nicht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen