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Warnstreik der Lokführer : Streik legt Zugverkehr in Hamburg und Kiel lahm

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Murrende Fahrgäste und lange Schlangen vor den Reisecentern: Ein erster Warnstreik der Lokführer zeigt im Norden erhebliche Auswirkungen.

Hamburg | Ein erster Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL hat am Montag in Norddeutschland für erhebliche Probleme im Zugverkehr gesorgt. „Es gibt massive Auswirkungen im Norden“, sagte Hartmut Petersen vom GDL-Bezirk Nord.

Betroffen waren unter anderem die Bahnhöfe von Hamburg, Hannover, Bremen, Osnabrück, Schwerin und Kiel. Für Fernzüge wurden auf den Fahrplantafeln Verspätungen auf unbestimmte Zeit angezeigt. Vor den Informationsschaltern bildeten sich lange Menschenschlangen. Murrende Fahrgäste zeigten wenig Verständnis für den Ausstand. Pendler mussten sich in Geduld üben.

Der Warnstreik, der von 18 bis 21 Uhr angekündigt war, zeigte Wirkung. Am Hamburger Hauptbahnhof bewegte sich so gut wie nichts mehr. Bis auf ein paar Ausnahmen blieben alle Züge des Fern- und Nahverkehrs stehen. Die Menschen strömten in die Cáfes und Kneipen im Bahnhof. Schon kurz nach Beginn der Arbeitsniederlegung wurde der S-Bahn-Betrieb in der Hansestadt am Montagabend vorübergehend eingestellt. Auch in Hannover waren S-Bahn-Verbindungen betroffen. Regionalzüge fielen aus.

Die GDL schloss zum Auftakt des Streiks auch weitere Maßnahmen nicht aus. Dies gelte für den Fall, dass die Deutsche Bahn kein Angebot für kürzere Arbeitszeiten für das gesamte Zugpersonal vorlege, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Montagabend im Berliner Hauptbahnhof zum Auftakt des angekündigten bundesweiten Warnstreiks. Der nächste Schritt wäre dann eine Urabstimmung „über längerfristige Maßnahmen“.

Die Bahn müsse endlich anerkennen, dass die GDL rund 51 Prozent der 37.000 Beschäftigten des Zugpersonals vertrete, während die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nur einen Organisationsgrad von 21 Prozent habe. Die Bahn will erst über tarifliche Verbesserungen verhandeln, wenn die beiden rivalisierenden Gewerkschaften kooperieren. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. „Schade, dass die Bahn den Streik nicht an den Großanzeigen angekündigt hat“, sagte der stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Lutz Schreiber in Hamburg. „Am Ende baden das unsere Zugbegleiter aus.“

Zu Beginn des Warnstreiks um 18 Uhr hatten sich die Streikenden vor dem Hauptbahnhof in der Hansestadt versammelt. Jeder hatte ein Handy in der Hand und meldete sich per Telefon symbolisch bei der Bahn ab. Auch in Hannover stellten sich die Gewerkschafter den Fragen der Reisenden und protestierten mit GDL-Überziehern.

Bundesweit waren am Montagabend 20.000 Lokomotivführer und 17.000 weitere Beschäftigte des Zugpersonals aufgefordert, ihre Arbeit niederzulegen.

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erstellt am 01.Sep.2014 | 20:03 Uhr

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