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Störche starten auf die große Reise

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Zugvögel bereiten sich auf den Flug in die Winterquartiere vor / Derzeit futtern sie sich Reserven an

Bergenhusen/Eekholt | Schleswig-Holsteins Weißstörche sammeln sich zum Flug in den Süden. Allein im Wildpark Eekholt (Kreis Segeberg) fressen sich zurzeit rund 100 der großen Vögel Kraft für die lange Reise ins ferne Afrika an. "Die Jungstörche ziehen demnächst los", sagte der Vogelexperte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut in Bergenhusen. Nicht die Kälte, sondern die Nahrungsknappheit im Winter zwingt die Tiere, die anstrengenden Flugkilometer in die fernen Winterquartiere auf sich zu nehmen. "Normalerweise ist der Winter so kalt und frostig, dass sie hier nicht genug Futter finden würden", erklärte Thomsen.

Die jährliche Reise Richtung Afrika ist den Vögeln angeboren. So starten die Jungstörche Mitte August und treffen im Süden auf ältere, erfahrene Störche, die sie letztendlich ins Winterquartier mitnehmen: "Durch sie erlernen sie die Details der Route."

Die meisten Störche aus den westlichen Regionen Deutschlands überqueren das Mittelmeer über Gibraltar, um dann in Westafrika zu überwintern. Die ostdeutschen Störche ziehen über den Bosporus und den Nahen Osten nach Nordafrika, um von dort entlang des Nils in die ost- und südafrikanischen Überwinterungsgebiete zu gelangen. Die Trennlinie zwischen Ost- und den Westziehern verläuft nach Angaben des NABU mitten durch Deutschland. Dabei verzichteten immer mehr der Vögel bei der Westroute in den vergangenen Jahren auf einen Besuch in Afrika - sie überwinterten stattdessen in Spanien.

In Schleswig-Holstein brüteten dieses Jahr rund 270 Storchenpaare. "Das sind knapp neun Prozent mehr als im Vorjahr", sagte Thomsen - ein positiver Trend, der sich schon in den vergangenen Jahren ab gezeichnet habe. Die Störche haben in diesem Jahr insgesamt 420 Junge aufgezogen. Dabei war der Bruterfolg im Norden und Nordwesten des Landes sehr schlecht: Denn dort haben viele Jungstörche die Regen- und Kaltwetterperiode Ende Juni nicht überlebt. "Im Süd osten in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg war der Bruterfolg jedoch überdurchschnittlich gut", meinte Experte Thomsen.

Wer die imposanten Vögel aus der Nähe beobachten möchte, hat dazu Gelegenheit im Storchendorf Bergenhusen, wo sich eine der größten Weißstorch-Kolonien Europas befindet. Außerdem ist dies in mehreren Tierparks möglich: so wie Eekholt auch in Großenaspe, dem Westküstenpark im nordfriesischen St. Peter-Ording oder in Niendorf an der Ostsee (Kreis Ostholstein).

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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