Klaus Brinkbäumer und Florian Harms : „Spiegel“ hat wieder zwei Chefredakteure

Das Nachrichtenmagazin kehrt zurück zur Doppelspitze. gleichberechtigt sind die beiden nicht.

shz.de von
13. Januar 2015, 17:38 Uhr

Hamburg | Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin, „Der Spiegel“, hat für Print und Online wieder eigene Chefredakteure. Der bisherige stellvertretende Chefredakteur Klaus Brinkbäumer (47) sei ab sofort allein für das Printmagazin verantwortlich, teilte der Spiegel-Verlag am Dienstag in Hamburg mit.

Klaus Brinkbäumer ist Chefredakteur des Magazins.
Spiegel-Verlag
Klaus Brinkbäumer ist Chefredakteur des Magazins.
 

Bei „Spiegel Online“ ist Florian Harms (41), bisher stellvertretender Chefredakteur des Nachrichtenportals, an die Spitze gerückt.

Florian Harms wird Chefredakteur von Spiegel Online.
Florian Harms wird Chefredakteur von Spiegel Online.
 

Ganz gleichberechtigt dürfte die Doppelspitze allerdings nicht sein: „In seiner Funktion als Spiegel-Chefredakteur nimmt Klaus Brinkbäumer auch die Aufgaben des Herausgebers bei Spiegel Online wahr“, heißt es in der Pressemitteilung des Verlags. Das bedeutet auch: Brinkbäumer hat bei Entscheidungen bei Spiegel Online das letzte Wort.

Der bisherige Chefredakteur, Wolfgang Büchner, war zum 31. Dezember 2014 nach monatelangen Auseinandersetzungen mit der „Spiegel“-Redaktion ausgeschieden. Eine zuvor amtierende Doppelspitze mit dem damaligen Print-Chef Georg Mascolo und Ex-Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron war im April 2013 nach internen Konflikten über die Ausrichtung des Medienangebots abgesetzt worden. Ihnen folgte im September 2013 Büchner wieder als alleiniger Chefredakteur.

„Wir freuen uns sehr, dass zwei ausgezeichnete Journalisten dieses Hauses die Verantwortung für die beiden großen Redaktionen des Spiegel übernehmen“, teilte Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe mit. Gemeinsam würden sie die digitale Zukunft der Medienmarke erfolgreich gestalten. Nach bisherigen Plänen will der Spiegel-Verlag Mitte 2015 mit neuen kostenpflichtigen Zusatzangeboten an den Start gehen.

Der Verlagsgeschäftsführer hatte beim Ausscheiden Büchners angekündigt, sein Amt spätestens Mitte 2015 ebenfalls niederlegen zu wollen. Saffe hatte Büchner in den Verlag geholt, damit dieser Print und Online enger verzahnt. Darüber war es mit den Redaktionen zum Zerwürfnis gekommen.

Am Spiegel-Verlag sind die schon länger beim gedruckten Heft beschäftigten Angestellten über die Mitarbeiter KG (50,5 Prozent) beteiligt. Die übrigen Anteile halten der Hamburger Verlag Gruner + Jahr (25,5 Prozent) sowie die Erben des „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein.

Seit Jahresbeginn erscheint das Nachrichtenmagazin am Samstag und nicht mehr montags. Für die Umstellung darauf war der neue Chefredakteur maßgeblich verantwortlich.

Brinkbäumer war nach mehreren journalistischen Stationen 1993 zum Nachrichtenmagazin gekommen. Er war zunächst als Reporter im Einsatz, dann als Korrespondent in New York. Seit 2011 war er Mitglied der „Spiegel“-Chefredaktion in Hamburg.

Der Islam- und Politikwissenschaftler Florian Harms arbeitet seit 2004 für das Nachrichtenportal „Spiegel Online“ und war vor vier Jahren zum stellvertretenden Chefredakteur ernannt worden.

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