Stars auf dem roten Teppich : Siegfried und Roy im Hamburger Varieté

Heiter auf dem roten Teppich in Hamburg: Siegfried und Roy. Foto: rtn
Heiter auf dem roten Teppich in Hamburg: Siegfried und Roy. Foto: rtn

Plüsch, Artistik und Kabarett: Am Donnerstagabend besuchten Siegfried und Roy das Hamburger Varieté.

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31. Oktober 2009, 05:56 Uhr

Die wahren Stars der Premiere im Hansa-Varieté-Theater saßen im Publikum: Das Magier-Duo Siegfried und Roy war am Donnerstagabend in das älteste Varieté Deutschlands ins Hamburger Bahnhofsviertel gekommen, dorthin wo die beiden vor 45 Jahren mit einem Geparden auf der Bühne standen. "Danke, Hansa- Theater, Danke Hamburg, dass Sie uns diesen Traum erfüllt haben", sagte der blonde, braun gebrannte Siegfried Fischbacher (70) sichtlich gerührt. Hatten die Ärzte seinem 65 Jahre alten Partner Roy nach dem lebensbedrohlichen Unfall mit einem weißen Tiger 2003 in Las Vegas doch prognostiziert, nie wieder reisen zu können. Das Premierenpublikum ehrte die beiden mit stürmischem Applaus. Selbst Roy ergriff kurz das Mikrofon und bedankte sich bei den Zuschauern.
"Hamburg hat gewählt, Hamburg hat ja gesagt zum Hansa-Theater und deswegen machen wir weiter", begrüßte Ulrich Waller die Gäste. Die Direktoren des St.-Pauli-Theaters Waller und Thomas Collien hatten das Theater im Januar aus einem siebenjährigen Schönheitsschlaf erweckt. "Das Konzept wird bleiben", führte Waller aus und meinte damit die Fisch-, Käse- oder Vesperplatten, die das Fischereihafen- Restaurant Hamburg servierte, das plüschige Ambiente mit kleinen Tischchen, blank poliertem Messing, Samttapeten und natürlich internationalen Artisten, die ein wechselnder Conferencier präsentiert.
Horst Schroth führte pointenreich durchs Programm
Zur Premiere führte Kabarettist Horst Schroth pointenreich und unterhaltsam durch das Programm. Er plauderte über den Unterschied zwischen Frau und Mann in Sachen Wohnen, ließ sich über den Event-Charakter von Kindergeburtstagen aus und spottete über Hamburgs Finanzpolitik. Dann überließ er den internationalen Stars die Bühne: Der Bauchredner George Schlick lieferte mit seiner Frosch-Handpuppe eine großartige Show, das spanische Trio "Zahir Circo" begeisterte mit seiner artistischen Clownerie und die französische Katzenfrau Aurelia Cats ließ mit ihrer Darbietung am Trapez so manchen Atem stocken. Als Überraschungsgäste traten Olli Dittrich (schwach mit einem Gedicht), Chansonnier Tim Fischer (gewohnt mitreißend) und Soul-Diva Bridget Fogle (stimmgewaltig) auf.
Bis Ende Februar läuft das neue Programm, das nicht ganz an das umjubelten Comeback heranreicht, aber ein mehr als unterhaltsamen und kurzweiligen Abend im legendären Ambiente verspricht.


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