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Seilbahn-Freunde suchen Unterstützer

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Initiative will Bürgerentscheid für das Projekt über der Elbe erzwingen

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Hamburg | Sie machen ernst: Die Befürworter einer Seilbahn über die Elbe wollen die von der Politik abgelehnte umstrittene Gondelverbindung nun per Bürgerentscheid durchsetzen. Am Montag wird die Initiative "Hamburger Seilbahn" das nötigen Unterlagen für die Volksabstimmung beim Bezirk Mitte einreichen. Sechs Monate haben die Seilbahn-Anhänger dann Zeit, um im Bezirk 5700 Unterstützerunterschriften zu sammeln. Das entspricht drei Prozent der Wahlberechtigten. Würde die Bezirksversammlung trotzdem bei ihrem Nein bleiben - wovon auszugehen ist -, hätten die Wähler in Hamburg-Mitte bei einem Bürgerentscheid das letzte Wort.

Die Stage Entertainment plant seit zwei Jahren eine Seilbahn über den Fluss vom Heiligengeistfeld in St. Pauli nach Steinwerder zu ihrem Theaterzelt "König der Löwen". Der Musicalkonzern will nicht nur die Kosten von 35 Millionen Euro allein tragen, sondern die Bahn nach zehn Jahren auch wieder abbauen - sofern die Stadt es wünscht.

Dennoch lehnte der Bezirk das Projekt ab. Eine deutliche Mehrheit der Politiker befürchtet eine Überlastung des Amsüsierviertels St. Pauli durch die zusätzliche Attraktion. Der Senat hat dem Bezirk die Entscheidung überlassen.

Prominenter Kopf der Pro-Initiative ist die ehemalige CDU-Senatorin Herlind Gundelach (Foto), die unter Ole von Beust und Christoph Ahlhaus von 2007 bis 2011 als Wissenschaftssenatorin diente. Derzeit kandidiert die 64-Jährige für die CDU auf dem sicheren Listenplatz drei für den Bundestag. Und: Herlind Gundelach ist Vorsitzende des Bürgervereins Wilhelmsburg - Hinweis darauf, dass sie in einer Seilbahn über die Elbe auch die Chance sieht, die Elbinsel besser anzubinden.

Die Einzelheiten des Begehrens will "Hamburger Seilbahn" erst zum offiziellen Start am Montag nennen. Klar ist bereits, dass die Initiative auf breite Unterstützung bauen kann. Im dreiköpfigen Sprecherteam stehen an Herlind Gundelachs Seite Thomas Magold, der Vorsitzende des Hamburger Tourismusverbandes, sowie Joachim Stratenschulte, geschäftsführender Vorstand der Stiftung des Museumsseglers "Rickmer Rickmers".

Rückhalt erhält das Bürgerbegehren auch von der einflussreichen Handelskammer. Sie drängt Senat und Bezirk seit langem, den Widerstand gegen die Stage-Seilbahn aufzugeben. "Es ist höchste Zeit, dass die Stadt dieses Geschenk endlich annimmt", fordert Kammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz.

In einer von Stage beauftragten Umfrage hatte im Juni eine knappe Mehrheit der Bewohner in St. Pauli, Neustadt und Schanzenviertel die Seilbahn befürwortet. Bei einem Bürgerentscheid wären die Wähler im gesamten Bezirk abstimmungsberechtigt. Und das, so die einhellige Meinung, dürfte die Chancen für einen Erfolg weiter erhöhen.

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