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Hafengeburtstag : Schiffe, Shantys und die "Gorch Fock"

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Hamburgs Hafen feiert Geburtstag und viele sind gekommen - auch Schiffe aus aller Welt. Bei der Einlaufparade fuhr die "Gorch Fock" vorweg. Fans warteten schon Stunden.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 07:12 Uhr

Hamburg | Eigentlich hat ja der Hafen Geburtstag, aber die Stars sind die Gäste: Hunderte Videokameras und Fotoapparate schnellen in die Höhe, als das Segelschulschiff "Gorch Fock" am Donnerstag mit gehissten Segeln an der Spitze der Einlaufparade an zehntausenden Schaulustigen vorbeigleitet. Nur Sekunden später erhält der ein oder andere Film allerdings direkt einen kleinen Wackler: Als plötzlich Salutschüsse einsetzen, zucken viele der Zuschauer am Hafenrand erschrocken zusammen. Spätestens jetzt ist allen klar: Das große Hafenfest ist eröffnet.
Dabei hatte der 824. Hafengeburtstag im Grunde schon Stunden vorher begonnen. Bereits am Vormittag sind Hafenmeile und Landungsbrücken voll, aber nicht überfüllt. "Das ist der Trick, man muss immer etwas vor den Massen da sein", sagt Jochen Reitbauer. Er steht vor dem "Kleinen Gorch Fock Shop" und hat sich gerade eine Karte mit dem Bordstempel besorgt - die seien sonst immer schnell vergriffen. Seit 30 Jahren komme er zum Hafengeburtstag, sagt der 48-Jährige - nicht wegen der Buden, sondern wegen der Schiffe. "Das ist wie eine Pilgerstätte, man hat auch mal die Chance mit Kapitän und Besatzung zu sprechen". Sein Tipp: Am Abend vorher in den Zug nach Hamburg steigen und nach der Ankunft direkt zum Fischmarkt - und auf den Hafengeburtstag.

Messe der Schifffahrt und Volksfest


Jahr für Jahr lockt das Hafenfest die Menschenmassen an. Für die einen ist er eine Art Messe der Schifffahrt, für die anderen einfach ein Volksfest wie das Münchner Oktoberfest - mit maritimem Flair.
Shanty-Chöre geben auf der Straße kleine Konzerte, Helfer tragen Matrosenkostüme. Die Zeremonie hat feste Programmpunkte: Einlaufparade, das sogenannte Schlepperballett, Feuerwerk, Auslaufparade, wenn möglich noch eine große Schiffstaufe. Und natürlich Bier, Fischbrötchen und was sonst noch auf den Straßenfesten dieser Welt verkauft werden kann.

13 Kreuzfahrtschiffe sind dabei


Dennoch sei das Hamburger Hafenfest immer noch etwas Besonderes, meint Hafenkapitän Jörg Pollmann. "Wenn Sie sich zum Beispiel die Europa 2 angucken: Da haben wir einen funkelnagelneuen Täufling hier im Hafen. Ich glaube da hätten viele Häfen Schlange gestanden", sagte er bei der Vorstellung des Programms vor einigen Tagen. Die "Europa 2" bekommt am Freitag feierlich ihren Namen. Die Kreuzfahrtbranche präsentiert sich mit insgesamt 13 Schiffen - bei so einem großen Publikum wird der Werbeeffekt gerne mitgenommen. Insgesamt wollen die Organisatoren in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Besucher zum Hafengeburtstag locken, trotz einer unsicheren Wetterprognose.
Der Hafengeburtstag fällt diesmal auf das Wochenende nach Christi Himmelfahrt - daher wurde er auch um den Feiertag verlängert. Dass der Vatertag ansteht, geht auch an dem traditionellen Hafenfest nicht spurlos vorbei: Es sind Männer mit Bollerwagen zu sehen. "Wir versuchen bis nach Blankenese zu kommen", sagt Patrick Schimonek. Der 26-Jährige hat sich mit elf Freunden auf den Weg gemacht. Start: Die Landungsbrücken. Wer Stunden später dasselbe versucht hätte, wäre wohl schnell zum Stehen gekommen. Nicht nur wegen des etwas zu reichlichen Biergenusses. Auf den Landungsbrücken wäre vor lauter Menschen schlicht kein Platz mehr für einen Bollerwagen gewesen.
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