Ein Nachruf in Bildern : Schauspielerin Gisela Trowe ist tot

Gisela Trowe (erste Reihe links) mit der Schauspielertruppe der ZDF-Serie 'Der Landarzt' im Jahr 2006, in dem die erfolgreiche Serie, deren erster Drehtag am 28. April 1986 stattfand, 20-jähriges Jubiläum feierte. Foto: dpa
1 von 10
Gisela Trowe (erste Reihe links) mit der Schauspielertruppe der ZDF-Serie "Der Landarzt" im Jahr 2006, in dem die erfolgreiche Serie, deren erster Drehtag am 28. April 1986 stattfand, 20-jähriges Jubiläum feierte. Foto: dpa

Die Hamburger Schauspielerin Gisela Trowe, geboren am 5. September 1922, ist tot.

shz.de von
12. April 2010, 10:07 Uhr

Wie erst am Sonnabend bekannt wurde, verstarb sie bereits am Ostermontag, dem 5. April 2010, im Alter von 87 Jahren. "Wir trauern um die wunderbare Coco", ist auf der Internetseite ihrer Agentur zu lesen. Trowe, die in der Nachkriegszeit zunächst als Synchron- und Hörfunksprecherin beim NWDR Hamburg (dem heutigen NDR) arbeitete, gab Filmstars wie Gina Lollobrigida, Simone Signoret und Ava Gardner eine deutsche Stimme. Auch in zahlreichen Hörspielen wie "Die Säulen der Erde", "Die drei ???" oder "Hui Buh" ist ihre Stimme zu hören.
Nach Angaben der Schauspieleragentur Regine Schmitz starb sie bereits am Ostermontag, dem 5. April, im Alter von 87 Jahren. "Sie ist friedlich eingeschlafen", sagte Regine Schmitz am Sonnabend. Bekannt wurde die am 5. September 1922 in Dortmund geborene Schauspielerin zunächst durch zahlreiche Rollen an verschiedenen Theatern in Berlin, Hamburg, Wien, München und Bremen. Später trat sie in zahlreichen Fernsehserien wie "In aller Freundschaft" (ARD) oder "Der Landarzt" (ZDF) auf, wo sie von 1991 bis 2007 die "Gräfin Bea" darstellte. Zuletzt war sie zudem auf der Kinoleinwand in "Liebe Mauer" sowie in dem ARD-Film "Der Duft von Holunder" zu sehen.
Sie synchronisierte Stars wie Michele Morgan und Gina Lollobrigida
Das Wichtigste bei der Ausübung ihres Berufs seien Neugierde und Hingabe, hat die Schauspielerin, die zuletzt in Hamburg lebte, einmal gesagt. Sie bewies das durch die Vielfalt und die Qualität ihrer künstlerischen Aktivitäten - auf der Kinoleinwand etwa im Film "Kalt ist der Abendhauch" neben Heinz Bennent und Fritzi Haberlandt oder in der Fernsehkomödie "Liebe ist die halbe Miete". Schon früh war Trowes wandlungsfähige Stimme hoch im Kurs. So synchronisierte sie Stars wie Danielle Darieux, Michele Morgan und Gina Lollobrigida. Über die ebenfalls von ihr synchronisierte Italienerin Silvana Mangano sagte die Künstlerin einst: "Die hat so viel Busen wie ich Stimme."
In der fünfteiligen ZDF-Reihe "Die Bertinis" (1988) nach dem Roman von Ralph Giordano spielte Trowe mit großem Erfolg die jüdische Großmutter Recha Lehmberg. Ihre Theaterlaufbahn jedoch begann schon mitten im Zweiten Weltkrieg. 1942 debütierte Gisela Trowe am Reußischen Theater zu Gera als Franziska in Lessings "Minna von Barnhelm". Zum Film kam Trowe 1947. Dort machte sich die zierliche Schauspielerin rasch einen Namen. Sie spielte in zahlreichen Produktionen mit, 1948 in "Straßenbekanntschaften", 1953 in "Mit 17 beginnt das Leben" und 1960 in "Das hab" ich in Paris gelernt".
1970 zog Trowe von Berlin nach Hamburg um
Seit den fünfziger Jahren wurde die aparte, rothaarige Schauspielerin auch im Fernsehen bekannt. Dort sah man sie unter anderem in den Filmen "Der Weg ist dunkel" (1956), "Dr. Murkes gesammelte Nachrufe" (1965), "Die Ratten" (1969) und "Der Richter von Zalamea" (1968), später dann als Zimmerwirtin Pia Kleinholz in "Unser Lehrer Doktor Specht" (1992-96).
1970 zog Trowe von Berlin nach Hamburg um. Von dem Regisseur Thomas Engel, den sie 1944 geheiratet hatte, wurde sie 1964 geschieden. Zu ihrem 80. Geburtstag erhielt die Mutter zweier Töchter vom Senat der Hansestadt Hamburg die "Senator-Biermann-Ratjen- Medaille".

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen