Hamburg : S-Bahn in Tunnel nach Prügelei evakuiert

Der überfüllte Zug der Hamburger S-Bahn ist am Samstag im Tunnel zwischen den Bahnhöfen Altona und Königstraße evakuiert worden. Foto: dpa
Der überfüllte Zug der Hamburger S-Bahn ist am Samstag im Tunnel zwischen den Bahnhöfen Altona und Königstraße evakuiert worden. Foto: dpa

Ein überfüllter Zug der Hamburger S-Bahn ist in einem Tunnel zwischen zwei Haltestellen in Altona gestoppt und später evakuiert worden. Mindestens zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen.

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15. August 2011, 09:32 Uhr

Hintergrund des Stopps am Samstagabend waren offenbar Prügeleien unter Fußballfans nach einem Bundesligaspiel. Die Auseinandersetzungen hätten in einem anderen S-Bahn-Zug an der Haltestelle Königstraße stattgefunden, berichtete die Bundespolizei am Sonntag. Die Bahn wurde daraufhin an der Haltestelle festgehalten.
Weil einige Fans angeblich in den Tunnel flüchteten, musste der Strom auf der Linie abgestellt werden. Eine mit rund 600 Fahrgästen überfüllte S-Bahn stand daraufhin eine halbe Stunde ohne Stromversorgung zwischen den Haltestellen Altona und Königstraße im Tunnel. Erst dann konnten Feuerwehr und Bundespolizei die Menschen aus ihrer misslichen Lage befreien. Fans wurden im Tunnel nicht gefunden. Die Linie der S3 verläuft zwischen Altona und Hauptbahnhof unterirdisch.
Frauen und ältere Fahrgäste klagten über Atemnot
Die Fahrgäste in dem überfüllten Zug hatten wegen des abgestellten Stroms im Dunkeln ausharren müssen. Die Menschen öffneten eigenmächtig die Türen der S-Bahn, um Luft hereinzulassen. Aggressive und betrunkene Fußballfans versuchten von innen Scheiben einzuschlagen, Frauen und ältere Fahrgäste klagten über Atemnot. Während Kinder schrien, nahmen einige Fans die Situation eher gelassen und stimmten Fangesänge wie "Hamburger Jungs, Hamburger Jungs, wir sind alle Hamburger Jungs" an.
Als die Einsatzkräfte zu den Menschen in der S-Bahn vorgedrungen waren, sei die sehr Stimmung gereizt gewesen, berichtete der Sprecher der Bundespolizei. "Aber eine Panik gab es nicht", sagte er und widersprach damit ersten Angaben vom Samstag. Gegen 19.30 Uhr geleiteten die Einsatzkräfte die Fahrgäste über die Gleise zum ahnhof Königstraße. Zwei junge Frauen hätten dort wegen Kreislaufzusammenbrüchen behandelt werden müssen, eine von ihnen musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Einige Menschen hatten auf die Dunkelheit und Enge im Tunnel panisch reagiert.
In dem Zug der Linie S3 (Pinneberg-Harburg) saßen nach dem Spiel zwischen dem HSV und Hertha BSC (2:2)am Samstag viele betrunkene und aggressive Fußballfans. Ob es bei den Prügeleien zwischen den Fans Verletzte gegeben hatte, konnte die Bundespolizei zunächst nichtsagen. Offenbar hatte sich die Rangelei schnell aufgelöst. Festnahmen gab es nicht.
(dpa, shz)

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