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Hamburger Hafen : Rußwolke löst Großalarm in Altona aus

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Feuermelder schrillten, die Hamburger waren in Sorge: Das Containerschiff „MS Yang Ming Utmost“ hat am Samstagabend für Unruhe gesorgt.

Hamburg | Eine stinkende, dunkle Abgaswolke eines Containerschiffs hat am Samstagabend für Aufregung bei Anwohnern am Hamburger Hafen gesorgt. Der Schornstein des Containerschiffs „MS Yang Ming Utmost“ hatte derart viel Ruß und Qualm ausgestoßen, dass mehrere Bürger die Polizei wegen eines vermuteten Feuers anriefen und über starke Geruchsbelästigung klagten, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte.

Fotos zeigen, wie über der „MS Yang Ming Utmost“ eine schwarze Qualmsäule über den Abendhimmel aufstieg und Richtung Hafen trieb: Ein Restaurantbetreiber im Stadtteil Altona meldete der Polizei erhebliche Mengen Ruß auf Möbeln, Speisen und Getränken. Sogar Brandmelder in der Aklepios Klinik Altona und in einem Pflegeheim schlugen Alarm.

Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Nabu könnte das Schiff bereits im Hafen unerlaubt auf Schweröl-Treibstoff umgestellt. „Das verfeuern von Schweröl ist de facto Offshore-Müllverbrennung.“ Im Hafen müssten Kreuzfahrt- und Containerschiffe eigentlich auf einen Dieselkraftstoff umstellen, so der Nabu. Dieser darf maximal 0,1 Prozent Schwefelanteil haben und stößt bei der Verbrennung entsprechend weniger Schwefeldioxid, Stickoxid oder Rußpartikel aus. Schweröl dürfe dagegen mit bis zu 3,5 Prozent rund 3500 Mal mehr Schwefeldioxid enthalten als LKW-Diesel (0,001%), so der Nabu.

Auf Nachfrage teilte der Kapitän des Containerschiffs der Polizei lediglich mit, dass es an Bord keine technischen Probleme gebe. Er gehe davon aus, dass sich die Rauchentwicklung legen würde. „Das ist ein erstaunlicher Vorfall, den es so schon lange nicht mehr in Hamburg gegeben hat“, sagte der Polizeisprecher. Da das Schiff bereits am Hamburger Hafen ausgelaufen war und am Sonntagabend in Rotterdam anlegen soll, werden die Untersuchungen zur Ursache nun in Zusammenarbeit mit internationalen Ermittlern weitergeführt. Das Bundeskriminalamt habe ein Rechtshilfeersuchen an die niederländischen Ermittlungsbehörden gestellt.

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erstellt am 05.Okt.2014 | 20:07 Uhr

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