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Krimi mit Wotan Wilke Möhring : Reaktionen auf den Hamburg-Tatort: „Richtige Eier hat er nicht“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flach und albern oder spannend-witzige Unterhaltung – die Reaktionen auf den Hamburg-„Tatort“ sind so bunt wie ein Osternest.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2015 | 14:36 Uhr

Hamburg | Böse, böse Hasen: Im Osterkostüm nehmen Aktivisten im Hamburg -„Tatort“ mehrere Geiseln. Ihre Forderung: Amnestie für alle Abschiebehäftlinge. Doch der Krimi mit Wotan Wilke Möhring forderte in erster Linie offenbar die Genügsamkeit der Zuschauer heraus. Denn die Täter wirkten albern, der Kommissar erschien fast wie eine Nebenfigur.

Sara Stendel vom Stern lästert gar: „Gegen die ,Bad Easter Bunnies' wirken selbst die Einbrecher aus ,Kevin allein zu Haus' wie knallharte Profis.“ Die Täter wirken kaum bedrohlich. „Es könnte fast ein Kinder-Krimi sein.“

„Was für ein Osterspaß!“ schreibt sh:z-Krikiter Frank Kober. „Und das ist wörtlich gemeint. Denn obwohl Autor und Regisseur Thomas Stiller diesen ganzen vertrackten Fall wahrscheinlich todernst meint, kommen wir um ein Dauergrinsen vermutlich nicht herum. Denn so sehr Stiller auch auf heikle Themen pocht, wie die Asylantenfrage, miese Rüstungsgeschäfte oder die teils verlogene Benefizkultur hierzulande – die fünf ballernden Osterhasen legen alle Ambitionen flach. Sind sie doch so albern kostümiert, quasseln sie doch so primitives Revoluzzer-Welsch, dass einfach keine Seriosität aufkommen kann. Obendrein ist die Story so vorhersehbar, dass uns Möhring und Schmidt-Schaller nur leidtun können. Schade drum. So ist dieser „Tatort“ vielleicht nett anzusehen – am Ostermontag. Aber richtige Eier hat er nicht.“

Die Geschichte nimmt Schwung auf als die fünf als Osterhasen verkleideten Chaoten bei einer dekadenten Spenden-Party eindringen, um ihre Forderung loszuwerden. Doch dann knallt der Neue in der Hasenrunde eiskalt eine Geisel ab. „Sonst nimmt uns ja nie einer ernst.“

Was für ein Zufall, dass Kommissarin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) ohnehin schon dort ist – jetzt muss sie nur noch ihren Kollegen Thorsten Falke (Wotan Wilke-Möhring) kontaktieren.

Die Kommissarin hat Verdacht: Die Geisel wurde nicht zufällig umgelegt. Doch bis Falke mit der Kavallerie anrücken und die wahren Hintergründe des Dramas aufklären kann, gilt für alle Partygäste nur eins: Überleben!

Bei den Potsdamer Neuesten Nachrichten erwägt man unterdessen die Motive, solch einen „Tatort“ zu produzieren. „Äh, hallo? Hamburg?“, schreibt Kritiker Oliver Dietrich. „Kann es sein, dass in der Hansestadt ein bisschen viel Ostergras geraucht wurde, oder woher kommt die Idee für diesen Gaga-Tatort?“

Bei allen Albernheiten fühlten sich aber auch viele Zuschauer gut und spannend unterhalten – und werden wohl künftig etwas skeptischer auf niedliche kleine Häschen blicken.

„Die fiesen, latent unheimlichen Osterhasenkostüme von Jürgen Knoll waren großartig in ihrer Mischung aus plüschigem Hoppelhase und todverheißender Fratze und trugen nicht unwesentlich zur Spannung des tollen Krimiabends bei“, findet Bettina Fraschke, Kritikerin der HNA. „Einziges Problem war an vielen Stellen allerdings – wieder einmal – der schlecht verständliche Ton.“

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