zur Navigation springen

Prügelnde Handballer und kochende Hundebotschafter

vom

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Ehrlich, ich bin nicht gerade ein Handballfan. Aber mein Interesse reicht, um diese ungeheuere Szene am Dienstagabend in der O2-World zu bewerten. Ausgerechnet der bisher als nett und umgänglich bekannte Torsten "Toto" Jansen vom HSV Handball knockt eine Minute vor Schluss seinen Berliner Gegenspieler um. Kopfstoß gegen Ivan Nincevic. Der fällt um, bleibt bewusstlos liegen und wird anschließend in der Uniklinik Eppendorf mit fünf Stichen an der Wange genäht. Unglaublich. Vor allem, weil Jansen am Ende über sich selbst erschrocken war. Die Motivation seiner Aktion? Weiß er nicht. Er habe geweint in der Kabine und sich mehrfach beim Opfer entschuldigt, sagt er. Das Urteil der Disziplinarkommission: Zehn Spiele Sperre und 15 000 Euro Strafe. Das Geld tut weh, die Sperre nicht, weil nur noch zwei Spiele zu spielen sind, verstreicht die Sperre in der Sommerpause. Ivan Nincevic will Schmerzensgeld. "Mein Gesicht gibt mir keine Sperre der Welt zurück", sagt der lädierte Handballer. Irgendwann wird er "Toto" auf dem Spielfeld wieder gegenüberstehen. Ich finde, das müsste irgendwer verhindern …

Es ist die Woche der Titel. Während der ehemalige Direktor des Altonaer Museum Torkild Hinrichsen zum Ritter des Danebrog-Ordens ernannt wurde, bekam eine Hamburger Sterneköchin einen durchaus einfacheren Titel: Botschafterin des Hundes 2013. Mit sieben Kochbüchern und zahlreichen Auftritten in Kochshows wie "Die Küchenschlacht" oder "Die Topfgeldjäger" ist Cornelia Poletto derzeit die gefragteste Köchin im deutschen Fernsehen. Doch alles nebensächlich, denn jetzt ist sie Hundebotschafterin. Schließlich hat sie sich "durch eine außerordentliche positive Einstellung zum Leben mit dem Hund und Hunden im Allgemeinen" gegen andere streng geheime Konkurrenten durchgesetzt. Eine Hundebotschafterin macht eigentlich nichts. Klingt simpel, ist es auch. Ein Botschafter, so der Duden, ist der ranghöchste diplomatische Vertreter eines Staates im Ausland. Na dann: wuff wuff.

Rette sich wer kann. Eine Cercopithecus mona! Mona? Ich bin unschuldig. Anfang der Woche ist er entlarvt worden. Wochenlang fuhr er als blinder Passagier an Bord des Containerschiffs "Grande Sierra Leone" mit. Über 10 000 Kilometer von Kameruns großer Hafenstadt Duala Richtung Hamburg blieb der Westafrikaner unentdeckt. Doch der Hamburger Zoll konnte den Schlawiner schnappen, jetzt sitzt Cercopithecus mona hinter Gittern. Sein Markenzeichen: ein kräftiger weißer Bart. Cercopithecus mona wird nun offiziell als blinder Passagier geführt. Der Westafrikaner lebt nach dem Harems-Prinzip: Ein Mann kümmert sich um mehrere Frauen. Geht alles gut, soll er Ende August nach Aschersleben in Sachsen-Anhalt verlegt werden. Dort harrt eine Artgenossin. Im Zoo. Auch sie ist Single. Da laust mich doch der Affe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen