Schwarzfahren in Hamburg und Pinneberg : „Prüfmarathon“: Massen-Kontrolle im HVV-Gebiet

Kontrollen gibt es an Hamburger U- und S-Bahnhöfen sowie an AKN-Stationen im Kreis Pinneberg.
Kontrollen gibt es an Hamburger U- und S-Bahnhöfen sowie an AKN-Stationen im Kreis Pinneberg.

In Anlehnung an den „Blitzmarathon“ werden heute in Hamburg und im Kreis Pinneberg HVV-Fahrer massenhaft kontrolliert.

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08. Juni 2015, 12:05 Uhr

Hamburg | Fahrkartenkontrolleure von acht Verkehrsunternehmen im Raum Hamburg haben am Montag mit einem „Prüfmarathon“ begonnen. Kontrolliert werden die Fahrgäste an zwölf U-, S- und Busbahnhöfen sowie auch während der Fahrt in Bussen und Bahnen, wie ein Sprecher des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) sagte.

Im Einsatz seien 150 Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen. Mit der öffentlich angekündigten Aktion will der HVV die Zahl der Schwarzfahrer senken. 2,5 bis 3 Prozent der Fahrgäste fahren nach Schätzungen der Unternehmen ohne Fahrschein. In den vergangenen beiden Jahren hätten sie die Verkehrsbetriebe um Einnahmen von jeweils rund 20 Millionen Euro gebracht. Der HVV zählte im vergangenen Jahr gut 738 Millionen Passagiere. Vom 1. August an müssen ertappte Schwarzfahrer 60 Euro statt wie bisher 40 Euro Strafe zahlen. Selbst in den Bussen von Hochbahn und VHH werden trotz der Pflicht zum vorn einsteigen und Ticket vorzeigen immer wieder Fahrpreispreller erwischt.

Erstmals wird eine Massenkontrolle mit Ansage gemacht, so wie bei den Radar-Großkontrollen an Deutschlands Straßen. „Wir haben den Eindruck, der Blitz-Marathon ist ein gutes Modell“, begründete HVV-Sprecher Rainer Vohl die Premiere. „Mit dieser symbolträchtigen und öffentlichkeitswirksamen Aktion wollen wir auch im ÖPNV das Verständnis für die Notwendigkeit von Kontrollen erhöhen.“

Kontrolltrupps von Hochbahn, S-Bahn, AKN, VHH, KviP, Autokraft, KVG und BuchholzBus sind am Montag im gesamten HVV-Gebiet unterwegs. Dabei gilt ihre Aufmerksamkeit nicht allein Schwarzfahrern im eigentlichen Sinne. Auch das Problem vermehrter Ticketfälschungen macht den HVV-Unternehmen immer größere Sorgen. Zahlen zum Ausmaß getürkter Tickets vermochte der HVV nicht zu nennen.

Zusätzlich zu den Kontrollen in den Bussen und Bahnen wird es am 8. Juni auch in bisher nicht gekannter Häufigkeit sogenannte Abgangskontrollen geben. Bei diesen versperren Prüfteams die Ausgänge der Bahnhöfe und Haltestellen. Passieren darf nur, wer einen gültigen Fahrschein oder eine Bahnsteigkarte vorzeigt.

Die dafür ausgewählten Orte hat der HVV ebenfalls bekanntgegeben. Abgangskontrollen gibt es demnach an zwölf Stationen.

Acht liegen im Hamburger Stadtgebiet: U-Bahnhof Lohmühlenstraße, S-Bahnhof Stadthausbrücke, U- und S-Bahnhof Jungfernstieg, S-Bahnhof Bergedorf, ZOB Bergedorf, ZOB Harburg, S-Bahnhof Othmarschen sowie U-Bahnhof Eppendorfer Baum.

Drei weitere befinden sich im Kreis Pinneberg: die AKN-Station Elmshorn, der ZOB Elmshorn sowie der Ostbahnhof Uetersen. Abgangskontrollen gibt es zudem am Treffpunkt Buchholz.

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