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Landgericht Hamburg : Prozess gegen Yagmurs Eltern zieht sich in die Länge

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Vor Gericht bricht eine Zeugin in Tränen aus. Bis Ende September waren Verhandlungstage geplant - das wird wohl nicht reichen.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 15:05 Uhr

Hamburg | Emotionaler Auftritt im Zeugenstand: Im Prozess gegen die Eltern der getöteten dreijährigen Yagmur aus Hamburg sind eine frühere Betreuerin und eine Familienhelferin bei ihren Aussagen in Tränen ausgebrochen. Die 30 Jahre alte Betreuerin schilderte am Dienstag vor dem Landgericht die Zeit, in der das Mädchen in einem Kinderschutzhaus untergebracht war. Zuvor war die Kleine wegen gefährlicher Verletzungen am Kopf und an der Bauchspeicheldrüse - Folgen von Misshandlungen - im Krankenhaus behandelt worden.

Yagmurs Mutter steht wegen Mordes vor Gericht, der Vater soll das Mädchen nicht geschützt haben. Der Prozess gegen sie wird sich in die Länge ziehen: Der Vorsitzende Richter kündigte am Dienstag an, es müssten weitere Termine abgesprochen werden. Bisher waren Verhandlungstage bis Ende September geplant.

Yagmur - „ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen“ - habe sich in dem halben Jahr im Kinderschutzhaus gut entwickelt, sagte die Erzieherin. Viereinhalb Monate vor ihrem gewaltsamen Tod war die Kleine dort verabschiedet worden und zu ihren leiblichen Eltern gezogen. Yagmurs Mutter habe sehr darauf gedrungen, dass sie nach Hause kommt: „Die Kindesmutter wollte das sehr.“ Die Mutter sei sehr liebevoll mit dem Kind umgegangen, sie hätten viel gekuschelt.

Die Mitarbeiter des Schutzhauses hätten ausdrücklich empfohlen, dass Yagmurs Eltern eine Familienhilfe bekommen: „Wir wollten, dass es Unterstützung gibt im Alltag.“ Das Jugendamt habe die Hilfe aber nicht bewilligt. Yagmur wurde seit ihrer Geburt von Jugendämtern betreut, die wegen Versäumnissen in der Kritik stehen.

Die zweite Zeugin, die Familienhelferin, hatte Yagmur und ihre Eltern betreut, bevor die Kleine in das Kinderschutzhaus kam - von September 2012 bis Februar 2013. Die Mutter des Mädchens habe auf sie einen sehr fürsorglichen Eindruck gemacht, sagte die 34-Jährige - „eher grenzenlos fürsorglich“. Sie hätte lernen müssen, dem Kind liebevoll Grenzen zu setzen. Yagmurs Mutter habe sich nach einer „intakten, glücklichen Familie“ gesehnt: „Es hat sehr blumig geklungen.“ 

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