Polizei fürchtet Krawall : Proteste gegen NPD-Aufmarsch

Rechtsextreme auf Wählerfang: Eine öffentliche Veranstaltung der NPD ruft Gegendemonstranten auf den Plan. Die Polizei bereitet sich auf Ausschreitungen vor.

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28. Januar 2011, 08:04 Uhr

Hamburg | Heikle Kundgebung mitten im Wahlkampf: Hamburgs NPD hat für morgen zu einer öffentlichen Veranstaltung im Zentrum Harburgs aufgerufen. Unter dem provokanten Motto "Mit kriminellen Ausländern kurzen Prozess machen!" wollen die Rechtsextremen ab 11 Uhr auf Wählerfang gehen. Während die Partei mit lediglich rund 50 Teilnehmern rechnet, will die Polizei etwa 1000 Beamte aufbieten, um Ausschreitungen im Keim zu ersticken. Der Staatsschutz erwartet unter den vermutlich mehr als 1000 Gegendemonstranten auch mehrere hundert gewaltbereite Links-Autonome aus Hamburg und Umgebung.
Anmelder der NPD-Veranstaltung ist offenkundig der als besonders radikal bekannte Thomas Wulff. "Es ist ein Skandal, dass der berüchtigte Neonazi und wegen Volksverhetzung verurteilte Wulff auf der Kundgebung eine Rede halten will", sagt Bela Rogalla vom "Bündnis gegen Rechts", das zu den Gegenkundgebungen aufgerufen hat. Das Bündnis repräsentiert ein breites Spektrum gesellschaftlicher und politischer Akteure. Als Redner angekündigt sind die Bürgerschaftsabgeordneten Inka Damerau (SPD) und Antje Möller (GAL), Verdi-Landeschef Wolfgang Rose sowie oder Schauspieler Rolf Becker. Auch die Fraktionen der Bezirksversammlung Harburg haben eine Resolution gegen die Rechten verabschiedet.
Auch wenn die Polizei von überwiegend friedlichen Gegendemonstranten ausgeht, will für gewaltsame Konfrontationen gewappnet sein. Die Polizeiführung hat daher zur Unterstützung auch zwei Hundertschaften aus Schleswig-Holstein angefordert.

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