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Hamburg : Profiabteilung des HSV wird Aktiengesellschaft

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Die Profi-Fußballer des Hamburger SV werden aus dem Gesamtverein in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2014 | 16:09 Uhr

Hamburg | Beim Hamburger SV ist der Weg frei für den Einstieg von Investoren: Die Profiabteilung wird eine Aktiengesellschaft. Das haben die Mitglieder des Vereins bei ihrer Versammlung am Sonntag im HSV-Stadion beschlossen. 86,9 Prozent der anwesenden 9702 Mitglieder stimmten für die Ausgliederung, 13,1 Prozent waren dagegen. 75 Prozent waren für eine Annahme notwendig. Es gab 44 Enthaltungen. Der Milliardär und HSV-Fan Klaus-Michael Kühne steht als erster Käufer von Anteilen bereit. Er will rund 20 Millionen Euro geben.

Noch vor der Abstimmung über das Reformkonzept HSV Plus hat die überwiegende Mehrheit der anwesenden Mitglieder mit tosendem Beifall Sympathie für eine Ausgliederung der Profi-Fußball-Abteilung und die Umbildung in eine Aktiengesellschaft bekundet. Zudem wurde die elektronische Abstimmung auf Antrag des früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst-Otto Rieckhoff, Initiator von HSV Plus, vorgezogen. „Der HSV hat sportlich und wirtschaftlich genug durchgemacht“, sagte Rieckhoff. 88,9 Prozent der Mitglieder stimmten seinem Antrag zu. Damit wurden die mehr als 50 eingereichten Änderungsanträge hinfällig.

Die Aussprache über die Ausgliederung vor dem größten Auditorium, das eine HSV-Versammlung je gefunden hatte, dauerte rund drei Stunden. Die nicht enden wollende Rednerliste wurde nach Mitgliederentscheid vorzeitig geschlossen. Nach der katastrophalen Saison mit dem Beinahe-Abstieg des einstigen Europacup-Siegers war die Bereitschaft der Fans zugunsten der Ausgliederung offenbar gestiegen.

Das Ausgliederungskonzept trug Vereinsvorsitzender Carl Jarchow vor, obwohl er wusste, dass er sich bei einer Wahl der Fußball-AG selbst abschafft. Er versuchte, Skeptikern Bedenken zu nehmen. Das Konzept sei mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und dem Finanzamt abgestimmt worden, betonte der FDP-Politiker. Die Raute als Markenzeichen des HSV dürfe auch weiterhin von den anderen Abteilungen des 33 Sparten umfassenden Gesamtvereins genutzt werden. Allerdings muss die AG zustimmen, wie sich später herausstellte.

„Das Stadion wird nicht ausgegliedert“, sagte Jarchow. Die 57.000 Zuschauer fassende Arena werde ohnehin schon von einer separaten Betriebsgesellschaft verwaltet. Künftig werde es der Fußball-AG angegliedert. Ex-Aufsichtsratschef Manfred Ertel wollte Klarheit, ob der als AG-Vorstandschef gehandelte Dietmar Beiersdorfer tatsächlich zum HSV zurückkehren oder die Diskussion nur auf seinem Rücken ausgetragen werde. Früher glühender Gegner von HSV Plus, meinte er jetzt: „Wir brauchen Strukturreformen radikalster Art.“  Gegenwind erhielten die HSV-Plus-Befürworter vom amtierenden Aufsichtsratsmitglied Christian Strauß. „Diese Ausgliederung ist eine Total-Enteignung des eingetragenen Vereins“, rief Strauß und erntete kaum Beifall. Der Verkauf des Vereins sei „von langer Hand vorbereitet“. Er habe schon lange nicht mehr so viele Mogelpackungen  gelesen wie den Ausgliederungsbericht, behauptete Strauß.

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