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Hamburg : „PR-Spektakel“: BUND-Chef zweifelt an Zustimmung für Olympia

vom

Am 21. März entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund, mit welcher Stadt er sich um Sommerspiele bewerben wird. Die Hanseaten zeigen sich aufgeschlossen - doch Hamburgs BUND-Chef hat Zweifel.

Hamburg | Hamburgs BUND-Chef Manfred Braasch hat die aktuelle Zustimmung in der Hansestadt für die Olympia-Bewerbung als „Momentaufnahme“ bezeichnet. Alsterfeuer, Fackelzug und rundum freudige Bürger - „das alles ist ja bislang vor allem ein PR-Spektakel“, sagte Braasch der Deutschen Presse-Agentur. Die Verantwortlichen der Hamburger Kampagne sollten sich nicht von der augenblicklichen Stimmung täuschen lassen. Im Februar hatten in einer Umfrage 68 Prozent der Befragten die Bewerbung befürwortet.

Sollte sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 21. März für die Elbmetropole entscheiden, müssten noch die Hamburger ihre Zustimmung geben. Erst wenn im Herbst das Referendum über die endgültige Bewerbung näher rücke und alle Fakten und Kosten auf dem Tisch liegen, werde man ernsthaft über eine Zustimmung für Olympia diskutieren können. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es dann keine breite Zustimmung mehr gibt“, sagte Braasch.

Der BUND-Landesgeschäftsführer hatte vor zwei Jahren den Volksentscheid mitinitiiert, der sich erfolgreich für einen Rückkauf der Energienetze von den Betreibern Vattenfall und Eon einsetzte - gegen die Positionierung des SPD-Senats. Dass Braasch sich diesmal an die Spitze einer „NOlympia“-Bewegung setzen wird, hält er jedoch für wenig wahrscheinlich. Er wolle sich zunächst mit anderen Olympia-Skeptikern zusammensetzen. Das Olympia-Projekt sei bisher nicht ausführlich genug diskutiert und „relativ kurzfristig aus dem Boden gestampft“ worden, kritisierte er.

Im Stadtteil Kleiner Grasbrook sollen Betriebe in andere Gewerbebereiche umgesiedelt und das Hafenbecken teilweise zugeschüttet werden. Dabei ist laut Braasch noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen der Umbau auf die Elbe und ihre Naturgebiete haben wird.

Über einen Detailplan habe der Senat bislang nur vage Aussagen gemacht, insgesamt sei auch die Finanzierung noch eine „Blackbox“, monierte er. „Wenn schon so viele Milliarden in den Stadtbau gesteckt werden, dann soll es auch ökologisch sinnvoll eingesetzt werden.“ So würde sich der geplante Stadtteil OlympicCity für eine zukunftsfähige Nachnutzung anbieten. Das könnte von einer autofreien Zone bis zu einem Freizeitangebot reichen. „Es darf dann aber keine 08/15-Nachhaltigkeit sein“, sagte Braasch. Sinnvoller sei es, mit den Millionen, die alleine schon in die weitere Bewerbungskampagne gesteckt werden sollen, den Ausbau der Verkehrswege zu finanzieren.

In drei Bürgerwerkstätten konnten die Hamburger im Januar und Februar mitreden. Dort hätten sie zwar ihre Ideen zur Stadtplanung einbringen und Fragen an Politiker und Bauunternehmer stellen können, sagte Braasch. Das würde aber nicht die Sorgen der Hamburger widerspiegeln.

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erstellt am 07.Mär.2015 | 09:19 Uhr

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