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Flaschenwürfe und Böller-Attacken : Polizisten bei Mai-Krawallen in Hamburg verletzt

vom

Bei der Kundgebung am 1. Mai haben Demonstranten Flaschen, Böller und Steine auf Polizisten geworfen. Die Polizei konterte mit Wasserwerfern.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 06:57 Uhr

Hamburg | Der Start in den Mai war auch in diesem Jahr in Hamburg wieder von Krawallen begleitet. Bei der revolutionären 1. Mai-Demonstration kam es in der Hansestadt erneut zu Ausschreitungen.
Polizisten wurden am Mittwochabend bei einer Zwischenkundgebung am Bahnhof Altona gezielt mit Böllern angegriffen, wie eine Sprecherin sagte. Außerdem flogen Flaschen. Die Polizei ging mit mehreren Wasserwerfern gegen die Randalierer vor und setzte auch Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die Veranstalter lösten die Demonstration daraufhin vorzeitig auf.

Steine aus Häusern geworfen


Nach dem Abbruch des Protests zogen kleinere Gruppen vor allem in das Hamburger Schanzenviertel - und setzten dabei einen Müllcontainer sowie Abfall in Brand. Außerdem hätten sie einige Autos beschädigt, sagte die Polizeisprecherin. Sie betonte jedoch: "Im Vergleich zu anderen Jahren ist es bisher noch deutlich friedlicher." In der Nacht zum Donnerstag kam es im Schanzenviertel zunächst zu keinen weiteren Auseinandersetzungen. Sechs Beamte wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt, sie erlitten Knalltraumata und Prellungen. Die Polizei nahm zehn Menschen fest - etwa wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Landfriedensbruch -, sechs kamen in Gewahrsam. Insgesamt waren am 1. Mai in Hamburg rund 1600 Beamte im Einsatz. Im Anschluss an die revolutionäre 1. Mai-Demonstration kommt es seit Jahren zu Ausschreitungen.

Unter dem Motto "Das Proletariat hat kein Vaterland" waren rund 1400 Teilnehmer vom U-Bahnhof Feldstraße am linken Kulturzentrum "Rote Flora" vorbei in Richtung Altona gezogen. Bereits kurz nach dem Start kam es zu Zwischenfällen, vereinzelt flogen Böller und Flaschen. Beamte seien von Häusern aus mit Steinen attackiert worden, sagte die Sprecherin.

"Ganz Hamburg hasst die Polizei!"


An der Spitze der Demonstration setzte die Polizei ihre Reiterstaffel ein, außerdem waren fünf Wasserwerfer dabei. Die Demonstranten wurden von einem dichten Polizeispalier - mehreren Hundertschaften mit Schutzhelmen und Schlagstöcken - begleitet. Der Protestzug kam mehrfach ins Stocken - unter anderem, weil sich Teilnehmer vermummt hatten und Böller zündeten. Einige skandierten: "Ganz Hamburg hasst die Polizei!". Auf Transparenten der Demonstranten aus dem linksradikalen Spektrum war etwa "Gegen Ausbeutung und Unterdrückung" oder "Kampf dem Imperialismus in jedem Land" zu lesen.
Bei der "Euromayday"-Demonstration in Hamburg, die bereits am Mittwochmittag gestartet war, stürmten rund 50 Teilnehmer auf das Gelände der Internationalen Gartenschau (igs). Sie hätten dort einen Zaun beschädigt, erklärte die Polizeisprecherin. "Auf dem Gelände kam es anschließend zu Sachbeschädigungen und Farbschmierereien." Es gab eine Festnahme, zwei Demonstranten kamen in Gewahrsam. Unter dem Motto "Euromayday 2013 - Reif für die Insel!" waren den Angaben zufolge rund 1600 Menschen vom Stadtteil St. Pauli nach Wilhelmsburg gezogen. Bundespräsident Joachim Gauck hatte die Gartenschau am Freitag eröffnet.
Die Walpurgisnacht war in Hamburg weitgehend friedlich verlaufen.
Die Polizei hatte in diesem Jahr darauf verzichtet, das Schanzenviertel als Gefahrengebiet auszuweisen. In einem solchen Gebiet können Beamte ohne konkreten Verdacht Passanten durchsuchen oder in Gewahrsam nehmen sowie Platzverweise erteilen.
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