zur Navigation springen

Pöbeleien als Abendunterhaltung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fremdenhass, Diskriminierungen und Beschimpfungen sind nicht lustig. Beim „Hate Poetry“ wird trotzdem darüber gelacht. Die Idee: Journalisten lesen einen Abend lang dumme und rassistische Leserbriefe vor. Am Ende wird ein Gewinner gekürt. In Hamburg gab es am Dienstagabend die erste Veranstaltung dieser Art. Der Andrang war enorm.

Doch die obszönen Worte, Angriffe unter der Gürtellinie und Demütigungen lassen sich nur schwer wiedergeben. „Geh endlich sterben, du Faschistensau“ ist noch eine der harmloseren Angriffe. Seit zwei Jahren veranstaltet die linksalternative Tageszeitung „Taz“ in Berlin den „Hate Poetry“-Abend. Die Veranstalter der Premiere in Hamburg mussten rund
200 Gäste wieder wegschicken, der Saal im Kulturhaus 73 war rappelvoll. Alle wollten die bittere Wahrheit hören.

Es ist ein wenig absurd, dass das Publikum Tränen lacht, wenn ein Leserbrief-Verfasser der Spiegel-Redakteurin Özlem Gezer schreibt, sie solle demütiger sein oder „in einem Slum abgegeben werden ohne ihre türkische Großfamilie im Rücken“. Ihre Familie übrigens sitzt in der zweiten Reihe und lacht ebenfalls herzlich.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Feb.2014 | 17:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen