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Angst vor Milliardengrab : Planer: Olympia in Hamburg ist bezahlbar

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Nach dem Katastrophenbau der Elbphilharmonie herrscht unter Hamburgs Bürgern die Angst vor Olympia als Milliardengrab. Doch die Planer sind zuversichtlich.

Hamburg | Hamburg oder Berlin? Am Ende werden wohl die Bürger entscheiden, mit welcher Metropole sich Deutschland um Olympia 2024 oder 2028 bewirbt. Ein erfolgreiches Referendum ist Bestandteil des Pflichtenkatalogs des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für die Kandidatenstädte. Derzeit, so besagen es die neusten Umfragen, hat die Hansestadt dabei die Nase klar vorn. 73 Prozent der befragten Hamburger begrüßten Ende Juli grundsätzlich Sommerspiele in ihrer Stadt; in an der Spree waren es vorige Woche nur 52 Prozent.

Gleich ist den Bewohnern beider Kandidatenstädte die Furcht vor einem Milliardengrab – weshalb die Finanzkonzepte zum Schlüssel für die vom DOSB verlangte Zustimmung der Bevölkerung von mehr als 60 Prozent werden dürfte. Nach dem teuren Politiker-Versagen sowohl beim Hauptstadt-Airport in Berlin als auch bei der Hamburger Elbphilharmonie interessiert die Bürger vor allem, welche Rechnung ihnen für 18 Tage Olympia präsentiert wird. Ab sofort steht damit die Frage im Zentrum: Wie viel kostet der Spaß mit den fünf Ringen?

Auch wenn es dazu an der Elbe derzeit kein offizielles Wort gibt: Hamburgs Olympia-Rechnung ist in wesentlichen Teilen schon erkennbar. Quintessenz: Sommerspiele an der Elbe würden zwischen sechs und sieben Milliarden Euro kosten, auf die Stadt entfiele aber ein Anteil von gut einer Milliarde. „Olympia ist trotz Schuldenbremse beherrschbar“, heißt es bei den Planern.

Mit etwas Glück, so die Strategen im Rathaus, bliebe unter dem Strich sogar Geld übrig. So wie in London, das für 2012 einen Millionengewinn vermeldete. Unabhängig davon kalkuliert der Senat mit einem kräftigen Schub für die Stadtentwicklung und mit dem bleibenden Wert neuer Straßen, U-Bahnlinien und weitere Infrastrukturbauten, die Olympia mit sich brächte.

Konkret rechnet die Stadt mit vier großen Kostenblöcken:
1. Die Bewerbungskosten für die internationale Kampagne hat der DOSB bei 50 Millionen Euro gedeckelt; zahlen sollen vor allem Sponsoren.
2. Die Operativen Kosten für die Durchführung olympischer und paralympischer Wettkämpfe schlugen in London mit drei Milliarden Euro zu Buche, Überschuss dort: knapp 40 Millionen. Denn: Diese Kosten seien selbstfinanzierend, heißt es in Hamburg. Rund 1,5 Milliarden Euro erhält der Gastgeber vom IOC, hinzu kommen Einnahmen aus Ticketverkäufen, TV- und Marketingrechten.
3. Zwingende Kosten, vor allem für Bau und Modernisierung von Sportstätten; teuerster Neubau würde ein Olympiastadion für 70.000 Zuschauer (rund 300 Millionen Euro); das Olympische Dorf für mehr als 15.000 Sportler und Betreuer sollen Privatinvestoren finanzieren und die Gebäude nach den Spielen als Wohnungen vermarkten.
4. Olympia-Unabhängige Kosten für Infrastruktur, etwa den Bau der Hafenquerspange und die Verlängerung der U 4 bis zum Kleinem Grasbrook; diese Kosten trägt überwiegend der Bund. Die Ertüchtigung des Kleinen Grasbrooks als flutsicheres Olympia-Zentrum für mehrere hundert Millionen Euro soll sich über den Verkauf der lukrativen Grundstücke selbst tragen.

30 der notwendigen 35 Sportstätten sind in Hamburg und im Umland bereits vorhanden, auch das soll die Kosten in Grenzen halten. Ebenso wie die Konzentration der wichtigsten Wettbewerbe im Hafen. Wohl nie zuvor hat es bei Olympia so kurze Wege gegeben, wie es an der Elbe geplant ist. Die Athleten würden sogar in der Nähe des Olympia-Zentrums einschweben. Das Airbus-Werk Finkenwerder ist als Olympia-Flughafen vorgesehen, die Gäste kämen die kurze Strecke über die Elbe per Barkasse ins Olympische Dorf. Auch Tausende Besucher, Funktionäre und Journalisten sollen in Steinwurf-Entfernung zum Grasbrook logieren. Zehn Kreuzfahrtschiffe könnten als schwimmende Hotels dienen. Zwei neue Wolkenkratzer an den Elbbrücken sind als Medienzentrum vorgesehen.
 

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erstellt am 13.Aug.2014 | 12:36 Uhr

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