zur Navigation springen

Ohne Jansen gegen Leverkusen : Peter Knäbel - Alles auf Anfang beim HSV

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Peter Knäbel stellt vor seinem ersten Bundesliga-Spiel als HSV-Trainer die Uhren zurück – nur eine will er weiterlaufen lassen.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2015 | 09:54 Uhr

Was war, interessiert beim Hamburger SV nicht mehr. Nach 26 Spieltagen beginnt die Saison für den Fußball-Bundesligisten gewissermaßen neu. Niemand der Verantwortlichen will vorerst zurückblicken auf die bisher (wieder einmal) so katastrophal verlaufene Spielzeit, in der der Liga-„Dino“ erneut ans Tor zur 2. Liga klopft. Interimscoach Peter Knäbel, nach Mirko Slomka und zuletzt Josef Zinnbauer schon der dritte HSV-Trainer in der aktuellen Saison, ist bemüht, genau das zu vermitteln. Der 48-Jährige dreht vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen (heute, 15.30 Uhr) die Uhren beim Tabellen-16. zurück: Alles auf Anfang.

Knäbel darf sich über eine Situation freuen, die Vorgänger Zinnbauer selten bis nie vorfand. „Ich bin glücklich, dass wir wieder so viele gesunde Spieler haben, die eine entsprechende Trainingsintensität vertragen. Wir haben eine große Gruppe beisammen, so dass wir uns fragen müssen: Wer kommt mit nach Leverkusen?“, sagte Knäbel, der lediglich auf Marcell Jansen (Muskelfaserriss) verzichten muss. Damit geht einher, dass er in der Offensive taktisch variabler arbeiten kann. „Zwei Stürmer sind eine echte Option für uns“, erklärte der „Trainer wider Willen“. Auch Ivica Olic und der immer wieder von Verletzungen zurückgeworfene Hoffnungsträger Pierre-Michel Lasogga befänden sich beide „im Steigerungslauf Richtung Topform“. Mit dem Duo erhofft sich Knäbel die benötigte Durchschlagskraft. „Wir brauchen eine größere Präsenz im Strafraum und größere Entschlossenheit auf den letzten 30 Metern“, forderte er.

In die erste Elf ist derweil Rene Adler zurückgekehrt – auch hier dreht Knäbel die Uhr auf Anfang. Der ehemalige Nationaltorwart hatte seinen Stammplatz unter Slomka an Jaroslav Drobny verloren. Unter Zinnbauer war der ehemalige Leverkusener zuletzt nur zwischen die Pfosten gerückt, weil der Tscheche eine Sperre absitzen musste. Knäbel gab gestern via Vereins-Homepage seine Entscheidung bekannt: „Rene hat sich seinen Einsatz verdient.“

Das Hinspiel im Volkspark gewannen die Hamburger mit 1:0 – und ernteten nach dem intensiven und an der Grenze des Erlaubten geführten Spiel Kritik von Bayer-Seite. „Das war eine Treibjagd des HSV“, klagte Leverkusens Trainer Roger Schmidt. Doch auch auf dieses Scharmützel blickt der neue Coach der Hamburger nicht zurück: „Ich finde es äußerst angenehm, dass keiner der beiden Vereine Öl ins Feuer gießt und das Thema künstlich hochkocht. Beide Mannschaften werden wieder konsequent und aggressiv in die Zweikämpfe gehen, aber mit dem nötigen Fairplay.“

Wenn auch beim Hamburger SV niemand zurückschauen will, der Blick in die Zukunft ist gestattet. Die Berichte über einen Neuanfang mit Wunschkandidat Thomas Tuchel auf der Trainerbank nimmt der Interimscoach gelassen zur Kenntnis. „Ich habe kein Problem damit, wenn über einen guten Nachfolger von mir spekuliert wird“, sagte Knäbel. Im Gegenteil: Er freue sich, wenn sich ein so guter Trainer für den HSV interessiere.

Zunächst aber wird nach sechs sieglosen Spielen in Folge dem Ziel Klassenerhalt alles untergeordnet. Denn eine bestimmte Uhr will Knäbel auf keinen Fall zurückstellen. Das Wort Abstieg vermeidet der 48-Jährige konsequent. „Jedem im Verein wird es an Strahlkraft fehlen, wenn eintritt, was wir alle verhindern wollen“, antwortet der eigentliche Sportchef auf Aussagen von HSV-Aufsichtsratschef Karl Gernandt unter der Woche. Der hatte Knäbels Weiterbeschäftigung in seiner ursprünglichen Position über die Saison hinaus in Frage gestellt, sollten die Hamburger erstmals in ihrer 128-jährigen Vereinsgeschichte absteigen. Sollte die Bundesliga-Uhr im Stadion also nach dem 34. Spieltag stehen bleiben, wäre wohl auch Knäbels Zeit an der Elbe abgelaufen.
 

Die voraussichtliche HSV-Aufstellung: Adler – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Müller, Behrami, van der Vaart (Jiracek), Stieber – Lasogga (Ilicevic), Olic

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen