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Herbergen und Wettkampfstätten : Olympia-Bewerbung: Hamburg setzt auf Hilfe aus SH

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Vorbereitungen laufen unter Hochdruck: Hamburg will die Olympischen Spiele austragen. Aber allein kann die Stadt solch ein Großereignis nicht stemmen.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 20:03 Uhr

Hamburg | Hamburg will Olympia – und auch für die Nord-Nachbarn soll gelten: Dabei sein ist alles. Denn im Konzept der Hansestadt für die Sommerspiele ab 2024 kommt dem Umland eine gewichtige Rolle zu. „Wir beziehen die Metropolregion selbstverständlich in unsere Planungen ein“, kündigt Reinhard Wolf an, der eine Art „Mister Olympia“ an der Elbe und als Beauftragter der Handelskammer für die Vorbereitung der Bewerbung an entscheidender Stelle mitverantwortlich ist.

Auch wenn das Olympia-Rezept der Hanseaten noch geheime Kommandosache ist, fest steht: Hamburg setzt wieder auf Spiele im Herzen der Stadt, direkt an der Elbe. Wie bei der viel gelobten Bewerbung um die Spiele 2012 sollen die wichtigsten Wettkampfstätten im Hafen konzentriert sein. Hotspot wird der Kleine Grasbrook nahe den Elbbrücken, wo nebeneinander das Olympiastadion, das Schwimmstadion, die Turnarena sowie das Olympische Dorf entstehen sollen.

Aber: Ganz allein will und kann der Stadtstaat das größte Sport- und Medienevent der Welt nicht stemmen. Hamburg ist dringend auf Wettkampfstätten und Unterbringungsmöglichkeiten im Umland angewiesen.

Benötigt wird unter anderem ein Standort für die Segel- und Windsurf-Wettbewerbe. Auch für einige der Mannschaftssportarten braucht der Gastgeber zusätzlich mehrere olympiataugliche große Arenen. So denken die Planer daran, Spiele der Fußball- und der Handballturniere in anderen norddeutschen Städten auszutragen; etwa in Bremen, Hannover und Rostock. Für die Handballspiele gelten die schleswig-holsteinischen Hochburgen Flensburg und Kiel als gesetzt.

Sogar komplette Wettkämpfe sollen im Umland über die Bühne gehen. Wie beim 2012er Konzept gilt es als Option, dass die Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen und die Schützen in Garlstorf (beides Niedersachsen) um Gold kämpfen. Die damalige Idee freilich, Base- und Softball in Elmshorn anzusiedeln, ist vom Tisch. Beide Sportarten sind aus dem olympischen Katalog gestrichen wurden. Aber: Ab 2016 ist Golf olympisch – womit Gut Kaden im Kreis Segeberg zur Option wird.

Unabdingbar ist die Hilfe des Umlandes zudem bei der Beherbergung der bis zu zwei Millionen Olympia-Gäste. Und bei der Kultur. So könnte das Schleswig-Holstein Musik Festival Teil des Rahmenprogramms werden, sagt ein Eingeweihter. Auch bei einigen Langstreckendisziplinen bietet es sich an, die Routen durch den Speckgürtel zu legen. Das gilt vor allem für die Straßenradrennen, wäre aber auch für Triathlon, das 50-Kilometer-Gehen und Marathon möglich. Unabdingbar ist die Hilfe des Umlandes zudem bei der Beherbergung. Die erwarteten ein bis zwei Millionen Olympia-Gäste kann Hamburg allein nicht unterbringen.

Offiziell ist das alles noch nicht. Zunächst muss Hamburg bis zum 31. August, ebenso wie Konkurrent Berlin, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) seine Überlegungen darstellen. Das DOSB-Präsidium will bis Ende Oktober eine Empfehlung für die deutsche Bewerberstadt abgeben.

Jahrhundert-Chance

Wer bei Olympischen Spielen ganz oben auf dem Treppchen stehen will, braucht hartes Training und unbedingten Siegeswillen. Hamburg macht so gesehen derzeit einiges richtig im Ringen um die Ringe. Unaufgeregt, aber zielstrebig feilt die Stadt an der Bewerbung um die Sommerspiele 2024. Erkennbar ist schon jetzt: Hamburg kann Olympia. Die Idee von Spielen am Wasser ist weltweit siegfähig. Ob das am Ende reicht, um erst Berlin und später mögliche Konkurrenz vom Kaliber New Yorks zu distanzieren, steht naturgemäß in den Sternen. Woran die Bewerbung jedenfalls nicht scheitern darf, ist die Zusammenarbeit mit dem Umland. Der stolze Stadtstaat scheint begriffen zu haben, dass er das Mega-Event allein nicht schultern kann.  Die Spiele wären für die Region als Ganzes nichts weniger als eine Jahrhundert-Chance. Weshalb ab sofort die Nachbarn mit  ins Trainingslager gehören.
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