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Interview mit Ole Schröder : Olympia-Bewerbung: „Die gigantische Kostendarstellung war nicht förderlich“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Interview mit dem sh:z kritisiert der Pinneberger Bundestagsabgeordnete Ole Schröder die Hamburger Olympia-Bewerbung.

shz.de von
erstellt am 01.Dez.2015 | 08:24 Uhr

Herr Schröder, was sind die Hauptgründe für das ablehnende Votum der Hamburger Bürger?
In Hamburg und beim DOSB war man sich zu sicher. Wer ein Referendum auf den Weg bringt, muss auch entsprechend für Olympia werben und zwar nicht nur in Sport und Funktionärskreisen – erst recht, wenn das Umfeld schwierig ist.

Inwieweit war es ein Fehler, dass Hamburg ohne endgültig abgesicherte Finanzierung in den Volksentscheid gegangen ist?
Das war sicherlich nicht der Hauptgrund für das ablehnende Votum. Aber die gigantische Kostendarstellung war nicht förderlich für das Referendum. Es ist schlicht nicht vermittelbar, wenn große Infrastrukturprojekte, die erst 2030 fertig sein sollen wie zum Beispiel die S4, Olympia 2024 zugerechnet werden.

Wäre es nicht besser gewesen, wenn die Bundesregierung fest zugesagt hätte, die offene Finanzlücke von 6,2 Milliarden Euro zu schließen?
Nein. Der Bund hat von Anfang an zugesagt, dass er sich stärker als jemals zuvor beteiligen wird. Der Hamburger Senat kann seriöserweise nicht erwarten, dass der Bund die Forderungen Hamburgs einseitig übernimmt, ohne dass überhaupt geprüft wird, was olympiabedingt ist. Olympia kann nicht heißen, dass jedes wünschenswerte städtebauliche Projekt mal eben finanziert wird.

Was bedeutet das ablehnende Votum für den Sport in Deutschland? Kann es nach dieser Niederlage erneut eine Olympia-Bewerbung aus Deutschland geben?
Das ist ein herber Rückschlag. Ein solches nationales Projekt wie die Bewerbung von olympischen Spielen kann nicht allein einem städtischen Ja-Nein-Referendum überlassen werden. Deshalb sollten wir jetzt auch nicht die Hände in den Schoß legen. Sport und Politik sollten sich überlegen, wie wir möglichst bald ein Zeichen für Olympia in Deutschland setzen können. Und auch ohne Olympia brauchen wir kurzfristig eine neue nationale Breitensportinitiative.

 

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