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Hamburg : Olaf Scholz: Wir mogeln nicht bei den Olympia-Finanzen

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„Wir haben da nichts reingemogelt“: Hamburgs Bürgermeister bezeichnet Berichte um eine nicht abgesicherte Finanzierung für Olympia als „Gerüchte“.

Hamburg | Nach tagelangen Spekulationen um einen Streit mit Berlin über die Olympiafinanzierung hat Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag Entwarnung gegeben. Er sehe den Verhandlungen über eine Kostenbeteiligung des Bundes in Höhe von 6,2 Milliarden Euro „mit großer Gelassenheit entgegen“, sagte Scholz. Meldungen, Berlin halte diesen Kostenblock für viel zu hoch, bezeichnete der Bürgermeister als „Gerüchte“. Der Bund sei derzeit dabei, den Finanzreport Hamburgs genau zu prüfen. Auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, sieht die Verhandlungen über die Verteilung der Milliardenkosten „auf einem guten Weg“. Den von einigen Medien gemeldeten Streit sehe er nicht.

Deutschland will sich mit Hamburg für Olympia 2024 bewerben - das steht seit dem 17. März 2015 fest. Zentrum des Sportspektakels soll eine „Olympic City“ auf einer Elbinsel, dem Kleinen Grasbrook, werden. Wettbewerbe sollen aber auch im Umland ausgetragen werden. Die IOC-Session wählt erst im Sommer 2017 in Lima/Peru die Olympia-Stadt für die Sommerspiele 2024. Weitere Kandidaten sind Los Angeles, Budapest, Paris und Rom.

Scholz will von den Eckdaten seines umstrittenen Finanzkonzepts nicht abweichen, nach denen der Stadtstaat 1,2 Milliarden Euro aus eigener Kasse beisteuert. Insgesamt sollen die Sommerspiele 2024 laut Finanzreport 11,2 Milliarden Euro kosten, 3,8 Milliarden würden durch Einnahmen gedeckt. „Mehr ist für den Hamburger Haushalt nicht möglich“, wiederholte der Bürgermeister, der zudem eine Überarbeitung des Olympiakonzepts ausschloss. Der Vorwurf, die Hansestadt wolle sich im Zuge der Spiele Teile seiner Stadtentwicklung vom Bund bezahlen lassen, sei unzutreffend. Scholz: „Wir haben da nichts reingemogelt, was nichts mit Olympia zu tun hat.“ Hamburg werde kein einziges der aufgeführten Infrastrukturvorhaben realisieren, wenn es nicht die Spiele ausrichtet - weder einen neuen Stadtteil Olympia City auf dem Kleinen Grasbrook noch eine neue Elbbrücke und auch keine südliche Anbindung an die Autobahn 1.

Dem Ausgang der Bürgerabstimmung am 29. November sehen Hörmann und Scholz positiv entgegen. Der Bürgermeister: „Ich bin zuversichtlich für eine gute Mehrheit beim Referendum.“ Zumal Olympia an der Elbe maximalen Nutzen verspreche, so wie es 1992 in Barcelona der Fall gewesen sei. Scholz euphorisch: „Das wäre der größte Boost in der Entwicklung der Stadt. Die Lebensqualität würde dramatisch steigen.“

Überraschend präsentierten die Stadt und der DOSB neue Unterstützer der Bewerbung aus dem Bereich der Umweltschutzes. Nachdem der BUND vorige Woche das olympische Öko-Konzept als unzureichend abgelehnt und ein Nein beim Referendum empfohlen hatte, ist der zweite wichtige Verband auf Kurs Olympia eingeschwenkt. Der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Alexander Porschke, unterschrieb mit dem Bürgermeister und dem DOSB-Chef eine Absichtserklärung zur Nachhaltigkeit der Spiele. Porschke sieht anders als die Kollegen vom BUND durchaus Chancen, die Bewerbung natur- und umweltverträglich auszugestalten. „Positiv sind schon jetzt das Flächenrecycling auf dem Kleinen Grasbrook und die Klimaneutralität des Konzepts.“ Allerdings wollen der Nabu und der ebenfalls an der Absichtserklärung beteiligte Zukunftsrat Hamburg nun auf Nachbesserungen des Nachhaltigkeitskonzepts dringen.

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erstellt am 20.Okt.2015 | 17:39 Uhr

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