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Olympische Spiele 2024 : Offizielle Olympia-Bewerbung: Paris will gegen Hamburg antreten

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Paris will sich jetzt offiziell um die Austragung der olympischen Spiele bewerben. Hamburg schaut unterdessen nach Baku.

shz.de von
erstellt am 20.Jun.2015 | 09:09 Uhr

Paris | Frankreichs Sportler geben am Dienstag den Startschuss für die Pariser Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024. Mit der Veranstaltung des Bewerbungskomitees und einer weiteren Aktion am Nationalfeiertag am 14. Juli soll die Kandidatur offiziell bekannt gegeben werden. Bewerbungskomitee-Chef Bernard Lapasset will dabei auch für die Unterstützung der Bevölkerung werben. Nationales Olympisches Komitee und die Stadt müssen die Kandidatur gemeinsam einreichen, die Bewerbungsfrist ist Mitte September.

Im Sommer 2017 wird sich dann zeigen, ob sich Paris unter anderem gegen Hamburg durchsetzen kann. Das bereitet sich schon intensiv auf das Großereignis vor. Fünf Tage lang besuchten Mitte Juni Sportstaatsrat Christoph Holstein und Nikolas Hill, Chef der Hamburger Olympiabewerbungs GmbH, im aserbaidschanischen Baku das erste europäische Multi-Sportevent. Wichtigste Aufgabe: Die Hansestadt auf die internationale Bühne zu hieven.

Das sehen die heimischen Kritiker allerdings ganz anders. "Es ist bezeichnend, dass eine Hamburger Delegation sich ausgerechnet in einer Diktatur wie Aserbaidschan darüber informieren will, wie dort die Europaspiele zum Erfolg gemacht werden", sagte Florian Kasiske von der Bewegung "NOlympia". "Olympische Spiele bedeuten für die Hamburger Bevölkerung nur Nachteile – Ausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe, die an anderen Stellen fehlen, Verteuerung des Wohnraums, Überwachung und vieles mehr."

Die Kosten dürften einer der wichtigen Faktoren für das Olympia-Referendum in gut 100 Tagen werden. Die Macher der Bewerbung sind zuversichtlich, dass die Hamburger am 29. November den Weg für die Kandidatur freimachen. Sportsenator Michael Neumann (SPD) hofft auf eine klare Zustimmung. "Das Ergebnis hat eine starke Aussagekraft im internationalen Wettbewerb", betonte er jüngst.

In der Bürgerschaft kann sich Neumann - abgesehen von den Linken - der Unterstützung aller Parteien sicher sein. Die mitregierenden Grünen mussten zuletzt allerdings aushalten, dass sich ihre Jugendorganisation öffentlich gegen Olympische Spiele ausgesprochen hat. Dies war auch Wasser auf die Mühlen der Kritiker um "NOlympia".

Sportsstaatsrat Holstein sagte, für den Umgang mit der Öffentlichkeit habe ihm ein Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees beim Europaspiele-Aufenthalt den Rat gegeben: "Informieren, informieren, informieren". Dies wollen die Hamburger Olympia-Macher auch weiter beherzigen, denn: "Am Ende wird die Frage der Transparenz entscheidend."

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