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Kreuzfahrtschiff in Hamburg : „Norwegian Escape“: Eine schwimmende Hotelburg auf der Elbe

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In einem hochkomplizierten Manöver bugsieren Lotsen das Schiff zur Werft. Dort bleibt es aber nicht lange.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 20:22 Uhr

Hamburg | Der Koloss zeigt den Hamburgern zuerst sein Hinterteil. Schlepper haben die „Norwegian Escape“ schon in Höhe Altona auf der Elbe gedreht, nun bugsieren die PS-starken Schiffchen den Riesen-Cruiser bei seinem Hamburg-Debüt behutsam vom Burchardkai flussaufwärts zu den Landungsbrücken. Ein Schlepper achtern, einer vorn geleiten den 326 Meter langen, nagelneuen Kreuzfahrer Richtung der Werft Blohm + Voss. Vorbei geht es dabei an der „MS Europa“, die mit ihren 200 Metern zierlich wirkt neben dem stählernen Neubau der Papenburger Meyer Werft. Hunderte Schaulustige verfolgen den heiklen Job der Nautiker in der engen Norderelbe - und staunen über eine einsame HSV-Flagge an einem der Kabinenbalkone. Aber vor allem staunen sie über die Dimensionen der schwimmenden Hotelburg.

Strahlend weiß unter grauem Himmel, dabei kantig und hoch aufragend kommt die „Norwegian Esscape“ in Sicht. Nicht so elegant wie die „Queen Mary 2“, der ewige Kreuzfahrer-Liebling der Hamburger, und doch ein besonderer Superlativ für die Hansestadt. Mit einer Kapazität von 4250 Passagieren, 1700 Besatzungsmitgliedern und einer Bruttoraumzahl von 164.000 ist es der größte Luxusliner, der je in Hamburg eine Kreuzfahrt gestartet hat. 

Das freilich wird erst kommende Woche der Fall sein, der gestrige Anlauf diente dem vorletzten Schliff vor der offiziellen Übergabe des Schiffes an die US-Reederei Norwegian Cruise Line (NCL). Bei Blohm + Voss stehen Einstellarbeiten an den Wasserauslässen des Scrubbers sowie die letze Inspektion an.

Am Bestimmungsort angelangt, drehten die Schlepper den gigantischen Ozeanriesen am Dienstag ein zweites Mal, so dass er mit dem bunt bemalten Stachelrochen-Bug voran in Dock 17 gleiten konnte. Das ganz, ganz vorsichtig, im Super-Zeitlupentempo und zentimetergenau. 45 Minuten maritime Qualitätsarbeit vom Feinsten.

Schon Donnerstag gegen 18 Uhr soll der Kreuzfahrer wieder ausdocken und sich für den allerletzten Schliff in Richtung Bremerhaven aufmachen, wo finale Ausrüstungsarbeiten folgen. Am 23. Oktober gegen 8 Uhr wird die „Norwegian Escape“ dann in Hamburg am Kronprinzkai zurückerwartet. Zwei Tage später geht es mit den ersten Passagieren an Bord zu einer Minikreuzfahrt nach Southampton. Anschließend kehrt das Schiff Europa fürs Erste das Heck. Am 9. November ist glamouröse Taufe in Miami mit dem Rapper Pitbull als Paten. Die östliche Karibik ist von da an das Revier des Mega-Cruisers. Ganzjährig sticht er von Südflorida zu siebentägigen Touren auf die Jungferninseln und zu den Bahamas in See.

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