Jürgen Zeschky : Nordex-Chef verlässt Unternehmen

Der Windkraftanlagenbauer Nordex baut sein Management um. Jürgen Zeschky hatte das Unternehmen auf Erfolgskurs gebracht.

shz.de von
21. Mai 2015, 11:21 Uhr

Hamburg/Rostock | Der Chef des Windkraftanlagenbauers Nordex, Jürgen Zeschky, verlässt überraschend das Unternehmen. Sein Nachfolger soll der bisherige Vertriebsvorstand Lars Bondo Krogsgaard werden. Ursache für den Rückzug Zeschkys Ende Mai seien persönliche Gründe, teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mit. Dieser werde die Geschäfte gemeinsam mit Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold führen.

Nordex wurde 1985 im dänischen Give gegründet, 2001 ging Nordex an die Börse. Die Zentrale mit der Produktion liegt inzwischen in Rostock, der Sitz des Vorstandes in Hamburg. Nordex ist in 19 Ländern mit Büros und Tochtergesellschaften vertreten und hat 2800 Mitarbeiter. Am 1. September 2014 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit 6179 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 10.710,95 Megawatt installiert.

Zeschky hatte das Ruder in der Krise 2012 übernommen und das Hamburger Unternehmen wieder in die Gewinnzone manövriert. Unter seiner Führung konzentrierte sich Nordex auf sein Kerngeschäft mit besonders effizienten Windanlagen. Unter anderem verabschiedete sich das Unternehmen von teuren Plänen für Windräder auf hoher See.

Insbesondere in Deutschland zog sich die Installation von Offshore-Parks wegen hoher Kosten und Unsicherheit über die Rechtslage lange hin. Zudem zog sich Nordex weitgehend aus China und den USA zurück und machte ganze Werke dicht. Zeschky ordnete auch die Beziehungen mit Zulieferern und verbesserte die Abläufe beim Aufbau der Windanlagen. Zuletzt gelang außerdem der Abschluss eines besseren Kreditvertrags.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seinen Gewinn auf 39 Millionen Euro fast vervierfacht. Auch in diesem Jahr war die Nordex-Gruppe mit kräftigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen gestartet. Der Umsatz erhöhte sich in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahresquartal um 17 Prozent auf 497 Millionen Euro, der Gewinn um 63 Prozent auf knapp 15 Millionen Euro. Im Gesamtjahr soll der Umsatz von 1,7 auf 2,1 Milliarden Euro steigen und die operative Marge von fünf auf sechs Prozent.

Am Finanzmarkt wurde das Stühlerücken mit Enttäuschung quittiert: Die Aktien verloren am Donnerstag nach Handelsstart mehr als zwei Prozent und waren damit Schlusslicht im TecDax.

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