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Neue Technik soll Staus verhindern

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In der aufgerüsteten Verkehrsleitzentrale haben die Überwacher Zugriff auf Kameras, Straßendetektoren und Ampelschaltungen

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Hamburgs Polizei rückt den Staus auf den Straßen der Stadt ab sofort mit neuester Technik zu Leibe. Gleich zwei Senatoren sowie Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch setzten gestern Vormittag gemeinsam per Knopfdruck die rundum renovierte und aufgerüstete Verkehrsleitzentrale in Gang. "Hamburg hat jetzt eines der modernsten System zum Verkehrsmanagement in Europa", sagte Karsten Witt, Leiter der Verkehrsdirektion. Der neunmonatige Umbau hat sieben Millionen Euro gekostet. Zuletzt war die Technik 1999 grundlegend erneuert worden.

Auffälligste Veränderung in der Steuerzentrale im Polizeipräsidium in Alsterdorf ist eine riesige Monitorwand. Neben einer elektronischen Karte des Stadtgebiets haben die Verkehrsüberwacher darauf dank Dutzende Bildschirme die aktuelle Situation auf den neuralgischen Kreuzungen Hamburgs im Blick. Insgesamt 21 Polizeibeamte versehen den Dienst im Vier-Schicht-Betrieb - 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Gefüttert wird das Kontrollzentrum mit Echtzeit-Bildern aus 82 Kameras, die an den am höchsten belasteten Knotenpunkten installiert sind. Darunter berüchtigte Staufallen wie das Dammtor und die Autobahn 7 samt Elbtunnel, mit bis zu 150 000 Fahrzeugen täglich die meistgenutzte Strecke in der Hansestadt. Den Puls des Hamburger Verkehrs fühlt die Polizei aber auch mittels Straßendetektoren, Frequenzdaten von Ampeln sowie Meldungen von Taxifahrern.

"Dank der Modernisierung können wir nun schneller und präziser auf Probleme im Verkehrsfluss reagieren", sagt Witt. Für die Hafenstadt als Drehscheibe im internationalen Warenverkehr sei das von besonderer Bedeutung. Hamburgs Straßen seien regelmäßig stark ausgelastet, die Möglichkeiten zum Ausbau seien begrenzt.

Der Trend bei der Steuerung der stetig zunehmenden Autoströme in der Großstadt heißt intelligente Systeme. "Hiermit soll trotz hoher Verkehrsbelastung ein optimaler Verkehrsfluss ermöglicht werden", so der Direktionsleiter. Konkret heißt das für Hamburg, dass die Beamten in der Leitzentrale direkt in die Schaltungen von 1752 Ampeln eingreifen können. Stockt der Verkehrsfluss, werden von Alsterdorf aus kurzerhand die Rot- und Grünphasen angepasst. 88 000 Mal im Jahr machen die Verkehrslenker im Polizeipräsidium davon Gebrauch. Etwa bei HSV-Spielen oder bei Staulagen nach Unfällen. Zudem soll die Hightech-Anlage eine noch schnellere Information der Autofahrer ermöglichen. 46 000 Verkehrsmeldungen sendet die Zentrale alljährlich an Radiosender und verbreitet sie über das Internet (www.hamburg.de/Verkehr).

Innensenator Michael Neumann (SPD) hofft auf mehr grüne Wellen und weniger Stillstand dank der Millioneninvestition, warnt aber vor der Illusion einer staufreien Stadt: "Wir können Baustellen nun besser koordinieren. Aber auch in Zukunft gilt: Wenn Straßen ausgebessert werden müssen, lassen sich Staus niemals ganz verhindern."

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