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Esso-Häuser in Hamburg : Neubau an der Reeperbahn ab 2015

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Esso-Häuser an der Reeperbahn müssen einem Neubau weichen. Kritiker befürchten, dass die Mieten dann extrem ansteigen werden - und fordern mehr Sozialwohnungen.

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2013 | 13:49 Uhr

Selbst in den Augen eines Betrunkenen dürften die Esso-Häuser an der Reeperbahn keine architektonische Schönheit sein. Dennoch hat das Häuser-Ensemble, das seinen Namen einer benachbarten Tankstelle verdankt, Kultstatus. Das Areal ist Anlaufpunkt für Kiezbummler und Nachtschwärmer und bot schon Stoff für unzählige Reportagen. Doch die Häuser sind marode und sollen einem Neubau weichen. Anwohner kämpfen seit Jahren um ihren Erhalt. Jetzt haben die Gewerbetreibenden in den Esso-Häusern ihre Kündigungen erhalten. Am 30. Juni 2014 ist endgültig Schluss. „Die Vorgabe, das Gebäude leer zu machen, kommt vom Bezirk“, verteidigte Bernhard Taubenberger, Leiter Kommunikation und Strategisches Marketing beim Immobilienunternehmen Bayerische Hausbau, den Schritt. Die Stadt werde dem Unternehmen über das Datum hinaus keine neue Betriebsgenehmigung mehr für den baufälligen Häuserkomplex geben. Außerdem räume man den Barbetreibern und Ladeninhabern ja ein Rückkehrrecht ein.

Doch dieses Angebot hat einen Haken. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Mieten im geplanten Neubau steigen. „Wie die Konditionen aussehen werden, muss man sehen, wenn das Gebäude steht“, sagte Taubenberger dazu nur. Das Unternehmen werde aber mit den Gewerbetreibenden nach einer Lösung suchen. Schließlich seien Clubs wie das „Molotow“ oder das „Herz von St. Pauli“ wichtige Institutionen.

Die Wohnungsmieter wiederum sollen Montag über das weitere Vorgehen informiert werden. „Wir werden allen Mietern Ersatzwohnungen zur Verfügung stellen“, kündigte Taubenberger an. Außerdem erhalten sie ein Rückkehrrecht in eine vergleichbar große Wohnung im Neubau zur zuletzt gezahlten Bruttoquadratmetermiete. Die Umzugs- und Rückzugskosten übernimmt das Immobilienunternehmen. Doch auch dieses Angebot ist mit Vorsicht zu genießen. Denn es gilt nur, wenn die Bayerische Hausbau – wie geplant – je ein Drittel Sozialwohnungen, Mietwohnungen und Eigentumswohnungen bauen darf. Die Abriss-Gegner fordern hingegen einen Anteil an Sozialwohnungen von 50 Prozent.

Die Bayerische Hausbau, die das Ensemble 2009 kaufte, will auf dem Grundstück unbedingt einen modernen Neubau mit insgesamt rund 200 Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen sowie Platz für Gewerbetreibende errichten. Eine Zusage des Bezirks gilt aufgrund des gemachten Gutachtens, das das Gebäude als marode aufweist, als sicher. Jetzt müssen sich alle Beteiligten nur noch auf die Konditionen einigen. Dann könnte 2015 mit dem Bau begonnen werden und die Fertigstellung 2017 erfolgen.  

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