Hamburg-Hammerbrook : Nach Einbruch bei Wolf Biermann: Stahlschrank gefunden

Diebe hatten wertvolle Erinnerungen an Biermanns in Ausschwitz gestorbenen Vater gestohlen. Beute und Täter werden weiter gesucht.

shz.de von
22. Januar 2015, 13:02 Uhr

Hamburg | Einen Monat nach dem Einbruch in das Hamburger Haus von Liedermacher Wolf Biermann („Die hab ich satt“) haben Polizeitaucher einen der beiden gestohlenen Stahlschränke aus einem Kanal geborgen. Es sei allerdings ein leerer Schrank gewesen, nicht der, in dem er die ihm so wichtigen Manuskripte und Andenken an seinen in Auschwitz ermordeten Vater aufbewahrte, sagte der 78-Jährige am Donnerstag.

Die Einbrecher hatten Ende Dezember zwei große Stahltresore, je drei Zentner schwer, erbeutet. „Im Tresor lagen auch die kostbarsten persönlichen Dokumente der Familie, Fotos, auch das Original einer historisch außergewöhnlichen offiziösen Sterbeurkunde aus dem KZ Auschwitz, in der ein falscher Standesbeamter mit echtem Stempel und Unterschrift bestätigte, dass der Häftling Dagobert 'Israel' Biermann am 22. Februar 1943 an Herzschwäche verstorben sei“, berichtete der Liedermacher nach dem Einbruch.

Ein Bauarbeiter hatte an dem Kanal im Stadtteil Hammerbrook zunächst eine Bibel von 1732 gefunden, die nach Biermanns Angaben in dem zweiten Schrank lag. Die weitere Suche der Taucher blieb aber zunächst ohne Erfolg.

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