Hamburg-Tonndorf : Nach Busunfall: Ermittlungen gegen Fahrer

Zwei Passagiere starben bei der Kollision von Bus und Feuerwehrwagen im Juli. Foto: dapd
Zwei Passagiere starben bei der Kollision von Bus und Feuerwehrwagen im Juli. Foto: dapd

Bei dem schweren Unfall mit einem Bus und einem Feuerwehrwagen starben im Juli zwei Menschen. Bisher sind sich die Behörden noch uneins über die Ursache.

shz.de von
02. September 2011, 11:56 Uhr

Fast zwei Monate nach dem schweren Busunfall in Hamburg-Tonndorf mit zwei Toten und mehreren Schwerverletzten sind Polizei und Staatsanwaltschaft noch uneins über die Ursache. Für die Polizei steht fest, dass bei der tödlichen Kollision zwischen einem Feuerwehrauto und einem Linienbus beide Fahrer Fehler gemacht haben.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt zwar gegen beide wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung. Behördensprecher Wilhelm Möllers betonte am Donnerstag aber: "Für uns ist im Moment völlig offen, ob keiner, einer von beiden oder sogar beide sich für den schweren Unfall zu verantworten haben."
Auf dem Weg zu einem Brand hatte ein Löschfahrzeug am 6. Juli im Stadtteil Tonndorf im Osten Hamburgs den Bus gerammt. Zwei Fahrgäste, eine 62-jährige Frau und ein 78 Jahre alter Mann, kamen dabei ums Leben. Bei dem schlimmsten Busunfall in der Geschichte des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) wurden nach Polizeiangaben insgesamt 19 Menschen verletzt. Der Fahrer des Gelenkbusses war von einer Buskehre auf eine vierspurige Straße eingebogen, dort wurde sein Fahrzeug von dem Feuerwehrauto gerammt.
Polizeisprecher Holger Vehren sagte, das Gutachten eines Sachverständigen habe ergeben, "dass die Unfallsituation für beide Fahrzeugführer vermeidbar gewesen wäre" - beide hätten den jeweils anderen als Gefahr erkennen können. Der Fahrer des Feuerwehrautos hatte nach Erkenntnissen der Beamten das Martinshorn eingeschaltet und war so über eine rote Ampel gefahren. Der Busfahrer hatte zwar Grün, wie Vehren berichtete. "Er hätte aber das Martinshorn hören müssen." Letztendlich könne die Polizei keinem der beiden die Schuld zuweisen, erklärte der Sprecher.
Bei der Staatsanwaltschaft haben die Beschuldigten bisher keine Angaben gemacht, berichtete Möllers. Die Anklagebehörde hat Mitte August ein Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet.

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