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Drei tote Seefahrer : Mysteriöse Todesfälle auf Hamburger Frachter

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In Goole im Nordosten Englands sind in der vergangenen Woche drei Crewmitglieder eines Hamburger Frachters gestorben. Die Gründe für ihren Tod sind noch völlig ungeklärt. Sind sie erstickt?

Goole | In der britischen Hafenstadt Goole im Nordosten Englands sind zu Beginn der Woche drei Seeleute von der Besatzung des Hamburger Frachters „Suntis“ verstorben. Wie die britische BBC berichtete, handelt es sich dabei um einen 60-jährigen Deutschen sowie zwei phillippinische Crewmitglieder im Alter von 33 und 38 Jahren. Die Gründe für den Tod der drei Seefahrer sind bislang noch ungeklärt. Es sei nichts Verdächtiges gefunden worden und nichts weise auf ein Verbrechen hin, hieß es bei der Polizei. Festgenommen wurde niemand.

Nun heißt es: Die gestorbenen Seeleute könnten Fachleuten zufolge erstickt sein. Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“ am Samstag unter Berufung auf Experten, die zur Unterstützung ihrer britischen Kollegen bei der Ursachenforschung ins nordenglische Goole gereist seien.

Bereits am Montag war die örtliche Polizei zu einem Industrie-Unfall im Hafen von Goole gerufen worden, wie die BBC berichtete. Die genauen Umstände des Unfalls seien zwar noch unklar gewesen, aber fest stand zu diesem Zeitpunkt bereits, dass ein 60-jähriger Hamburger Seemann gestorben war. Seine beiden philippinischen Besatzungskollegen seien auf Anraten des Notarztes umgehend in das Royal Infirmary Krankenhaus in Hull gebracht worden. Kurze Zeit später seien sie dort jedoch ebenfalls gestorben.

Der Hafenbesitzer Associated British Ports verkündete am Montag, bereits mit den zuständigen Behörden und dem Sicherheitsbeauftragten des Hafengebiets zusammenzuarbeiten. Die BBC sprach am Dienstag allerdings schon nicht mehr von einem Unfall und meldete stattdessen, dass die drei Crewmitglieder der „Suntis“ an Bord krank geworden seien. Genauere Angaben zu der Krankheit wurden aber nicht gemacht. Bis heute sei jedoch nichts Verdächtiges an Bord gefunden worden. Es sei auch nichts gefunden worden, was auf ein Verbrechen hinweisen würde, teilte die Polizei mit.

Detective Inspector Emma Heatley von der örtlichen Polizei sagte der BBC: „Alles was wir wissen ist, dass die drei Männer an Bord der Suntis gearbeitet haben und deshalb krank geworden sind.“ Es sei jedoch zu früh, um irgendwelche Vermutungen zur Todesursache anzustellen. Bis heute sei nur klar, dass die Männer körperlich unversehrt gewesen seien. Eine Obduktion soll nun Aufschlüsse darüber geben, warum die Seefahrer starben. Am Freitagmorgen standen die Ergebnisse aber noch aus.

Das Frachtschiff „Suntis“ ist 82,31 Meter lang, 11,3 Meter breit, hat 3,86 Meter Tiefgang und eine Tragfähigkeit von 1815 Tonnen. Es läuft für die Reederei Warnecke Schifffahrt in Heiligenstedten bei Itzehoe (Kreis Steinburg) lag seit Sonnabend mit Holzladung in Goole. Der Frachter wurde 1985 auf der Schiffswerft Hugo Peters in Wewelsfleth erbaut. Die Reederei wollte zu dem Unglücksfall keinen Kommentar abgeben. In einer Stellungnahme sagte der Hafenbesitzer Associated British Ports: „Wir arbeiten weiterhin eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die Umstände dieser Todesfälle aufzuklären. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, die von diesem tragischen Schiffsunglück betroffen sind.“

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erstellt am 30.Mai.2014 | 11:04 Uhr

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