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Kontakte zu Al-Kaida : Mutmaßlicher Terrorhelfer aus Hamburg vor Gericht

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Er sei für den „Heiligen Krieg“ bereit gewesen: Ein Hamburger soll in ein Al-Kaida-Lager nach Pakistan gereist sein. Vor Gericht bestreitet der Angeklagte das

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erstellt am 29.Jan.2014 | 10:11 Uhr

Hamburg | Ein mutmaßlicher Terrorhelfer hat beim Auftakt seines Prozesses in Hamburg einen Hauptanklagepunkt bestritten. Er sei nie in einem Terrorcamp gewesen, ließ der 27 Jahre alte Deutsch-Afghane seinen Verteidiger am Mittwoch erklären. Weitere Angaben zu den Vorwürfen wollte der Angeklagte nicht machen. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg wirft ihm vor, er habe sich spätestens seit Anfang 2009 am „Heiligen Krieg“ beteiligen wollen. In Pakistan habe er sich daher beim Terrornetzwerk Al-Kaida an Waffen ausbilden lassen. Der Bruder des Angeklagten war Mitte 2012 in Koblenz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Der Beginn des Prozesses vor dem Oberlandesgericht Hamburg war geprägt von einem überraschenden Antrag der Verteidigung. Der Wahlverteidiger des 27-Jährigen forderte, die Pflichtverteidigerin von ihrem Mandat zu entbinden. Das Vertrauensverhältnis sei gestört, hieß es zur Begründung. Der Angeklagte erklärte, die Anwältin habe ihn Anfang 2013 zu einem Teilgeständnis gedrängt. Die Verteidigerin beantragte daraufhin, von ihrer Aufgabe entpflichtet zu werden.

In dem Teilgeständnis, zu dem der Angeklagte jetzt sagte: „Es ist nicht meine Aussage“, hatte er unter anderem gesagt, er sei mit seinem Bruder in Afghanistan gewesen: „Das war ganz schrecklich.“ Sein Bruder habe ihm versprochen, dass er dort eine Frau finde und heirate. In einem Camp, in dem er beten und an Waffen trainiert werden sollte, sei er sich vorgekommen „wie ein Schaf unter Wölfen“. Dort habe es zudem keine Geschäfte und keine Schokolade gegeben.

Laut Anklage soll sich der 27-Jährige in Waziristan im nordwestlichen Pakistan zunächst bei der militanten Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) und dann beim Terrornetzwerk Al-Kaida engagiert haben. In Trainingslagern soll er eine Waffenausbildung gemacht haben. Auch logistische Aufgaben - wie etwa den Transport von Waffen - soll er für Al-Kaida erledigt haben. Außerdem habe er an einem IBU-Propagandafilm mit dem Titel „Die Vorzüge des Dschihad“ mitgewirkt. Ein Teil des Videos wurde am ersten Prozesstag im Gerichtssaal vorgespielt. Im Dezember 2009 kehrte er laut Anklage auf Drängen seiner Familie nach Deutschland zurück. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen vor, sich an einer ausländischen terroristischen Vereinigung beteiligt zu haben.

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