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Hamburger Morgenpost : Mopo-Anschlag: Ermittler prüfen islamistischen Hintergrund

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Drei Tage nach dem Terrorangriff in Paris brannte das Archiv der Morgenpost. Gesicherte Erkenntnisse gibt es nicht.

Hamburg | Nach den Brandanschlägen auf die Hamburger Morgenpost und eine benachbarte Schule im Januar prüft die Staatsanwaltschaft auch einen islamistischen Hintergrund der neun Tatverdächtigen. „Die Ermittlungen wurden von Anfang an auch in diese Richtung geführt“, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Freitag. „Einen religiösen Zusammenhang zu diesen Taten kann ich nicht ausschließen.“ Es gebe aber noch keine gesicherten Erkenntnisse, die Motivation sei nach wie vor Gegenstand der Ermittlungen.

Auf das Verlagsgebäude der Mopo an der Griegstraße (Ottensen) war am 10. Januar ein nächtlicher Anschlag verübt worden. Die Täter hatten Fenster zum Archiv des Boulevardblattes mit Steinen und einem Gullydeckel eingeworfen. Dann schleuderten sie einen Molotowcocktail ins Innere. Dort verbrannten Akten und Bände mit älteren Zeitungsausgaben. Verletzt wurde niemand. Der Angriff erfolgte nur drei Tage nach den Terrorakten auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und ein jüdisches Geschäft in Paris mit zusammen 16 Toten. Die „Morgenpost“ hatte am Tag danach demonstrativ einige jener Mohammed-Karikaturen abgedruckt. Die Schlagzeile: „So viel Freiheit muss sein!“

Auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karin Prien hatte der Senat erklärt, ein Teil der Tatverdächtigen sei dem Landesamt für Verfassungsschutz bekannt gewesen. Diese hätten sich an der Koranverteilungskampagne „Lies!“ beteiligt. Fünf der Tatverdächtigen seien Schüler der attackierten Max-Brauer-Schule gewesen. Zuvor hatten Medien wie „Bild Hamburg“ und das „Hamburger Abendblatt“ darüber berichtet.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am 4. März zwölf Wohnungen und Gebäude durchsucht. Dabei seien die neun Verdächtigen angetroffen worden. Alle seien bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten, hieß es. Die neun jungen Männer im Alter von 16 bis 21 Jahren wurden erkennungsdienstlich behandelt und anschließend wieder entlassen. Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hatte damals erklärt, durch die Einrichtung einer Sonderkommission sei es möglich gewesen, das erforderliche Expertenwissen von Ermittlern, Kriminalpsychologen und Islamwissenschaftlern zu bündeln und die mutmaßlichen Täter zu ermitteln.

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erstellt am 20.Mär.2015 | 15:57 Uhr

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