zur Navigation springen

Ausstellung in Hamburg : Mondrian und die Farbe

vom

„Kunst soll der unmittelbare Ausdruck des Universellen in uns sein“ – so formulierte Mondrian sein anspruchsvolles künstlerisches Programm. Eine Schau in Hamburg untersucht das zentrale Moment seines Werks.

Hamburg | Rot, Gelb und Blau sind die Farben, die Piet Mondrians (1872-1944) Werk berühmt gemacht haben. Er gilt als einer der entschiedensten Verfechter der Abstraktion. Doch wie kam der Maler zu dieser Reduktion? - Dieser Frage geht eine Ausstellung im Bucerius Kunstforum in Hamburg nach. Unter dem Titel „Mondrian. Farbe“ sind von Samstag an bis zum 11. Mai 40 bedeutende Gemälde des Künstlers aus dem Gemeentemuseum Den Haag und elf weitere Leihgaben renommierter Sammlungen aus Europa und den USA zu sehen. „Piet Mondrian war kein Revolutionär, sondern ein Evolutionär, der in behutsamen Schritten sein Werk hin zur Abstraktion entwickelte“, sagte Direktorin Ortrud Westheider am Donnerstag in Hamburg.

Mondrian, 1872 als zweites von fünf Kindern in Amersfoort bei Utrecht geboren, begann seine Karriere als traditioneller Landschaftsmaler. Doch schon in seinen kurz nach 1900 entstandenen Landschaften malte Mondrian das Strahlen der Sonne und das Leuchten des Mondes. Ein Schlüsselwerk ist für Westheider, die die Ausstellung auch kuratiert hat, das Gemälde „Bauernhof im Nebel“ (1906/7), weil hier die Grundfarben Gelb, Rot, Blau durch das Grau hindurchscheinen.

1908 kam Mondrian erstmals in Berührung mit Goethes „Farbenlehre“. Dessen Theorien waren physikalisch nicht haltbar, aber für den Niederländer eine wichtige Inspiration und lenkten seine Aufmerksamkeit auf die Primärfarben. Damit verabschiedete sich Mondrian vom Realismus und brachte eine symbolistische Komponente in seine Landschaftsdarstellungen ein. Bilder in Blau und Rot zeugen von seiner Beschäftigung mit der Theosophie, wobei Rot für das Licht und Blau für die Finsternis steht. Zu sehen sind unter anderem das Bildnis eines Mädchens, „Andacht“ von 1908, das an ein Gemälde von Edvard Munch (1863-1944) erinnert und „Die rote Mühle“ (1911).

Ab 1908 verbrachte Mondrian seine Sommer in Domburg auf der niederländischen Halbinsel Walcheren. Die Dünen und Kathedralen boten Motive, die die Betonung von Senkrechter und Waagerechter nahelegten.

1912 zog Mondrian nach Paris und beschäftigte sich intensiv mit den Werken der Kubisten. Aus dieser Phase entwickelte sich eine Linienstruktur, die es Mondrian ermöglichte, die Farbe unabhängig vom Gegenstand einzusetzen. Im Kombinieren von Linie und Farbe schaffte Mondrian so seine berühmten „Gitterbilder“, für die er den Stilbegriff „Neoplastizismus“ prägte. „In kleinen Schritten, in Variationen und Differenzierungen, suchte Mondrian nach einer Harmonie, die das Überzeitliche ausdrückt“, erklärte Westheider.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Jan.2014 | 16:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen