Sorge um Lizenz : Milliardär Kühne fordert Darlehen vom HSV zurück

25 Millionen Euro muss der HSV an den Investor zurückzahlen. Der verzichtet auf eine Beteiligung.

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19. Dezember 2014, 10:11 Uhr

Hamburg | Schock für den HSV: Ursprünglich wollte der Unternehmer Klaus-Michael Kühne sein Darlehen in Höhe von 25 Millionen Euro in Anteile der HSV AG umwandeln - doch daraus wird wohl nichts. „Herr Kühne wird sein bis Ende dieses Jahres vereinbartes Optionsrecht nicht wahrnehmen, und bis zum Ende des Jahres werden wir mit Sicherheit keine Kapitalerhöhung verkünden“, zitiert das Hamburger Abendblatt HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein.

Bereits im kommenden Jahr muss der HSV demnach mit der ersten Darlehensrate von zwei Millionen Euro beginnen. Bis zum Sommer 2016 seien weitere sechs Millionen Euro fällig, der Rest von 17 Millionen bis 2017 - zuzüglich vier Prozent Zinsen. Hätte Kühne den Kredit umgewandelt, besäße er 7,6 Prozent an der HSV AG.

Die Absage des Milliardärs trifft den HSV in ohnehin schlechten Zeiten. Erst am Dienstag verloren die Hamburger zu Hause 0:1 gegen den VfB Stuttgart, beim Hinrundenfinale beim FC Schalke wird am Sonnabend Stürmer Pierre-Michel Lasogga wegen einer Oberschenkelzerrung fehlen.

Nicht nur sportlich, auch finanziell ist der Bundesliga-Club in der Schieflage. Der HSV muss jetzt noch mehr sparen, schon im Sommer stellte die Deutsche Fußball Liga (DFL) Lizenzauflagen. Spekuliert wird nun, ob die Rückzahlung des Kredits dem HSV Probleme bei der Lizenzerteilung für das Spieljahr 2015/16 bereiten könnte. Die Lizenz für die laufende Bundesligasaison soll aber nicht gefährdet sein.

Um aus der Abstiegsgefahr zu kommen, will die Führung in der Winterpause „den Kader optimieren“, wie Sportchef Peter Knäbel es ausdrückte. Bevor neue Spieler verpflichtet werden können, sollen einige Profis verkauft werden. Im Gespräch sind unter anderen Marcell Jansen und Tolgay Arslan.

Rund 27 Millionen Euro wurden im Sommer für Neuverpflichtungen ausgegeben, ca. 23 Millionen Euro eingenommen. Der Gehaltsetat beträgt derzeit rund 50 Millionen Euro, sollte ursprünglich auf 38 Millionen Euro gesenkt werden. Im Sommer 2015 laufen Verträge von 14 Spielern aus, darunter die von Rafael van der Vaart, Heiko Westermann und Jaroslav Drobny. Der HSV braucht dringend Investoren. Um für diese aber attraktiv zu werden, benötigt er sportlichen Erfolg. Der Vorstand überlegt, die Anteile an der AG unter Wert zu verkaufen, um Interessenten zu finden.

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