Urteil in Hamburg : Mieter mit Hammer getötet – Vermieter muss in Psychiatrie

Ein 65-Jähriger hat einen seiner Mieter wohl im Wahn mit Hammer und Messer getötet. Das Landgericht verurteilte den Angeklagten zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe und schickte ihn in die Psychiatrie.

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30. Dezember 2014, 10:59 Uhr

Hamburg | Der 65 Jahre alte Angeklagte im sogenannten Hamburger „Hammer-Mord“-Prozess ist zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren wegen Totschlags verurteilt worden. Das Landgericht sah es am Montag als erwiesen an, dass der Villenbesitzer seinen 71-jährigen Mieter in Hamburg-Eppendorf mit Hammerschlägen getötet hat, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag bestätigte. Der Verurteilte werde in die Psychiatrie eingewiesen. Zuvor hatten mehrere Medien über das Urteil berichtet. Die Kammer sah als erwiesen an, dass der Angeklagte an einer Psychose leidet und den Mieter aus einem Wahn heraus tötete.

Nach Überzeugung des Gerichts überfiel der 65-Jährige sein Opfer im Februar im Treppenhaus und tötete es mit Hammerschlägen auf den Schädel. Anschließend stach er mit einem Messer auf Hals und Oberkörper ein. Die Vorsitzende Richterin sprach laut „Hamburger Abendblatt“ von einer „unfassbar brutalen Tat“ und einem „Overkill“. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Der Täter habe aber nach Ansicht der Kammer nicht heimtückisch gehandelt, sagte der Gerichtssprecher.

Wegen eines langjährigen Mietstreits sei das Opfer nicht arglos gewesen. So sei der Mieter mit Pfefferspray ausgerüstet gewesen. Schon vor der Tat soll es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Männern gekommen sein. In dem Prozess hatte eine Zeugin das Verhältnis der Männer als Nervenkrieg bezeichnet.

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