Abschied für Bandleader-Legende James Last : „Menschen wie ihn müsste man klonen – die gibt es nicht mehr“

Kränze, Blumen und ein Bild des Musikers erinnern in der Hamburger Hauptkirche Sankt Michaelis an James Last.
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Kränze, Blumen und ein Bild des Musikers erinnern in der Hamburger Hauptkirche Sankt Michaelis an James Last.

Er liebte die Musik, die Familie und seine Freunde. Bei der Trauerfeier für James Last im Hamburger Michel gab es deshalb auch viel Musik.

shz.de von
08. Juli 2015, 14:17 Uhr

Hamburg | Etwa 1000 Menschen haben im Hamburger Michel Abschied von Bandleader-Legende James Last genommen. 500 Freunde und Weggefährten, darunter Talkmaster Alfred Biolek, Komiker Otto Waalkes oder Sängerin Katja Ebstein, und etwa genauso viele Fans kamen am Mittwoch in die Kirche, um dem Erfinder des „Happy Sound“ und Meister des „Easy Listening“ die letzte Ehre zu erweisen.

Der Bandleader, Arrangeur und Komponist war am 9. Juni im Alter von 86 Jahren in den USA gestorben. Er wurde als Hans Last in Bremen geboren und lebte später meist in Florida. Seit Jahrzehnten hatte er aber auch eine Wohnung in Hamburg. James Last war der erfolgreichste deutsche Bandleader nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit zahllosen verkauften Tonträgern, 17 Platin-Schallplatten und 208 Goldenen gilt Last als einer der erfolgreichsten Musiker überhaupt.
So kannte man James Last: Musik war sein Leben, bis ins hohe Alter stand der Musiker auf der Bühne.
dpa
So kannte man James Last: Musik war sein Leben, bis ins hohe Alter stand der Musiker auf der Bühne.
 

Der Hauptpastor der St. Michaelis Gemeinde, Alexander Röder, nannte Lasts Leben in seiner Predigt eine großartige Tournee - „eine Tournee in der Gemeinschaft vieler geliebter Menschen“. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) würdigte den Musiker als „hanseatischen Weltbürger“. Der Chef von Lasts Plattenfirma Universal, Frank Briegmann, nannte Last ein „musikalisches Genie“, dessen Schaffenskraft und Kreativität noch für mindestens zwei Leben gereicht hätte.

James Last 1975 inmitten von Preisen.
dpa
James Last 1975 inmitten von Preisen.
 

Die bewegende Gedenkfeier war geprägt von Musik. Ein Streichquartett mit Musikern aus Lasts Orchester spielte „Yesterday“ von den Beatles und der Pianist Joe Dorff sang „I Believe I Can Fly“ von R. Kelly. Zum Abschluss der 75-minütigen Feier sang Sängerin Ingrid Y. Arthur „Amazing Grace“. Der Altarraum war mit Blumen und einem Bild von Last geschmückt, das ihn in einem Hemd mit bunten Gitarren zeigt.

Das sagten Gäste nach der Trauerfeier.

„James Last war einer der Vollblutmusiker, die man so selten gesehen hat.“

Ralph Siegel,

Komponist und Produzent

„Er hat die Menschen ins Herz getroffen.“
„James Last war offen zu allen Seiten.“

Alfred Biolek,

Talkmaster

„Menschen wie ihn müsste man klonen - die gibt es nicht mehr.“

Katja Ebstein,

Sängerin und Schauspielerin

„Wenn ich ihn nicht gehabt hätte (...) - ich glaub ich wäre nicht in dieser Branche geblieben.“
„Er war in erster Linie Mensch (.) - das gibt es ganz selten.“

Die Beisetzung des Ausnahmemusikers war bereits am 25. Juni im engsten Familien- und Freundeskreis. Last wurde in dem Familiengrab auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf beigesetzt.

Letzter Gruß an Hans Last auf dem Frieshof Ohlsdorf.
dpa
Letzter Gruß an Hans Last auf dem Frieshof Ohlsdorf.
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