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Mehr Menschen als je zuvor dürfen wählen

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erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Die gute Nachricht zuerst. "In allen Gemeinden Schleswig-Holsteins kann gewählt werden." Das sagte gestern die Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler mit Blick auf die zum Teil dünne Bewerberlage für die Kommunalwahl am 26. Mai in den 1079 Gemeinden des Landes. Überall sei es gelungen, Listen aufzustellen - 13 050 Mandate sind zu vergeben . Doch je ländlicher die Gemeinden sind, desto eher scheitern Parteien daran, genügend Wahlvorschläge zu machen. In 38 Fällen ist das in diesem Jahr nicht gelungen.

In 327 Gemeinden haben die Wähler nicht wirklich eine Wahl, denn hier tritt nur eine Liste an. "Das sind 27 Gemeinden mehr als bei der letzten Kommunalwahl 2008", sagte Söller-Winkler in Kiel. Bei den Kreiswahlen sieht es etwas besser aus. Hier gibt es 3233 Bewerber, das sind 114 mehr als noch vor fünf Jahren. "Man kann also nicht feststellen, dass die Bereitschaft sich um ein kommunales Mandat zu bewerben, rückläufig ist", meinte Söller-Winkler.

In 27 Kleinstgemeinden, die unter 70 Einwohner haben, wird am Sonntag in einer Woche nicht gewählt. Hier kommen die Bürger in Gemeindeversammlungen zusammen und bestimmen einen Bürgermeister.

Insgesamt geht der Trend zu immer mehr Wählergruppen. Landesweit treten zwölf Parteien zu den Kreiswahlen an, dafür stellen sich 21 Wählergemeinschaften zur Wahl. Vor fünf Jahren waren es noch 13. Ansonsten konnten nur die Grünen ihre Präsenz im Land steigern. Sie treten in 89 Gemeinden an, 2008 waren es noch 57. Alle anderen Parteien treten im Schnitt in zehn Prozent weniger Orten an als bei der letzten Kommunalwahl. Allein die Linkspartei steht weiter in 16 Orten zur Wahl.

Von den 2,8 Millionen Schleswig-Holsteinern sind 2,35 wahlberechtigt - seit 1949 die höchste Zahl überhaupt. Seit 1998 dürfen auch 16- und 17-Jährige mitentscheiden, dazu rund 50 000 EU-Bürger, die in Schleswig-Holstein wohnen . Aus der vergangenen Kommunalwahl ist die CDU mit landesweit 38,6 Prozent der Stimmen als stärkste Partei hervorgegangen, gefolgt von der SPD mit 26,6 Prozent. Sowohl SPD-Chef Ralf Stegner als auch CDU-Frontmann Reimer Böge wollen nach eigener Aussage mit ihren Parteien stärkste Kraft werden. Die Grünen haben 2008 insgesamt 10,3 Prozent der Stimmen erzielt, die FDP lag bei neun Prozent, der SSW bei drei. Die Wählergemeinschaften rezielten zusamme über 51 Prozen der Stimmen. Die Wahlbeteiligung sank auf 49,4 Prozent.

Bei der anstehenden Kreiswahl und der Gemeindewahl haben die Bürger in Orten mit mehr als 10 000 Einwohnern jeweils nur eine Stimme. In kleineren Orten gibt es bei der Gemeindewahl mehrere Stimmen. Die kann der Wähler auf mehrere Kandidaten verteilen, ein Häufeln auf einen Wahlvorschlag ist aber nicht zulässig. Eine besondere Wahl haben die Bürger in Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde): Hier treten CDU, SPD, Grüne, das Bürger Forum Felde, die Freien und die Wählergemeinschaft Felde an - insgesamt 42 Namen stehen auf dem Stimmzettel. Und der misst stolze 70,5 Zentimeter. www.wahlen.schleswig-holstein.de oder www.kommunalwahlen-sh.de

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